Nach den nächtlichen Schüssen im Esslinger Maillepark kann die Polizei noch nichts zu den Hintergründen der Tat sagen. Geprüft wird ein Zusammenhang mit der Schuss-Serie in der Region.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Im Esslinger Maillepark ist in der Nacht auf Sonntag ein Mann durch mehrere Schüsse schwer verletzt worden. Von wem und warum, ist weiterhin völlig unklar. „Wir stehen noch ganz am Anfang unserer Ermittlungen“, sagt ein Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Reutlingen am Montag. Man könne derzeit nichts Neues zum Tatgeschehen mitteilen.

 

Laut der Polizei waren in der innerstädtischen Grünanlage gegen Mitternacht mehrere Personen in einen Streit geraten. Was der Anlass war, ist nicht bekannt. Dabei fielen auch Schüsse. Ein 31-jähriger Mann wurde so schwer verletzt, dass er in eine Klinik gebracht werden musste. Nach der Tat sind den Angaben zufolge mehrere Angreifer unerkannt geflüchtet. Um wie viele Personen es sich handelte, könne man derzeit nicht sicher sagen, heißt es seitens der Polizei. Ursprünglich war von drei Angreifern die Rede. Es werden weiterhin Zeugen gesucht.

Beamte der Kriminalpolizeidirektion Esslingen sind mit der Aufklärung der Tat betraut. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren“, sagt der Sprecher des Präsidiums. „Und sie gehen in alle Richtungen.“ Geprüft wird offenbar auch, ob es möglicherweise einen Zusammenhang mit der Schuss-Serie in der Region Stuttgart gibt, die im September 2022 in Mettingen ihren Anfang genommen hat. Schüsse fielen unter anderem in Ostfildern, Plochingen und Reichenbach.

Soll der Maillepark Waffenverbotszone werden?

Die Tat wühlt viele Menschen auf, wie die Kommentare in den sozialen Netzwerken zeigen. Im Esslinger Maillepark fühlt sich demnach so mancher unwohl. Immer wieder kommt es dort den Presseberichten des Polizeipräsidiums zufolge zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen mehreren Personen. Als besonderer Kriminalitätsschwerpunkt gilt die Anlage – anders als der Bahnhofsvorplatz – jedoch nicht. Dennoch regen einige User an, dort eine Waffenverbotszone einzuführen.

Rechtlich ist es den Kommunen in Baden-Württemberg erlaubt, öffentliche Bereiche auszuweisen, in denen das Mitführen von Schusswaffen und Messern untersagt ist. In Esslingen wurde das Thema bereits im Juni 2022 – nach der Messerattacke an der Katharinenschule – diskutiert. Damals hegte man in Rathaus und Gemeinderat aber Zweifel an der Durchschlagskraft dieser Maßnahme. Bis heute gibt es in Esslingen keine solche Verbotszone.