Kriminalität in Stuttgart Messerangriffe in Stuttgart – Was bringen die Verbote?
Die Statistik für das Jahr 2025 hat sinkende Zahlen bei den Messerdelikten in der Innenstadt verzeichnet. Was das für die Polizei und die Stadt bedeutet.
Die Statistik für das Jahr 2025 hat sinkende Zahlen bei den Messerdelikten in der Innenstadt verzeichnet. Was das für die Polizei und die Stadt bedeutet.
Zwei Projekte, die der Polizei in der täglichen Arbeit helfen sollen, waren in den zurückliegenden Jahren höchst umstritten, als der Stuttgtarter Gemeinderat darüber befinden sollte. Das eine war die Videoüberwachung in der City, eine Konsequenz der Krawallnacht im Sommer 2020. Das andere war die Einführung einer Messerverbotszone, welche die Polizei – allen voran ihr Präsident Markus Eisenbraun – als sinnvolles Instrument zur Eindämmung der immer weiter steigenden Gewalt mit Messern ansah. Zu viel Kontrolle, so die Kritiker. Für beide Themen fand sich letzlich eine Mehrheit. Über das jüngere Projekt, die Messer- und Waffenverbotszone, finden sich Zahlen in der Kriminalstatistik für 2025, die ihr die erhoffte Wirkung attestieren.
Bis zum Jahr 2024 waren die Taten, bei denen mit Messern zugestochen oder gedroht wurde, vor allem in der Innenstadt immer mehr geworden. 166 Fälle waren es 2024, zwei Jahre davor hatte man 146 gezählt und im Jahr 2023 kamen Angriffe mit Messern 132 mal vor. Mit 135 Fällen im Berichtsjahr 2025 bewegt sich die Anzahl nun wieder auf dem Niveau von 2023. Das wertet der Polizeispräsident Markus Eisenbraun auch als einen Erfolg der Verbotszone. Denn in dieser sehen die Zahlen noch deutlicher aus: Die Zahlen haben sich halbiert gegenüber dem Vorjahr.
42 Fälle verzeichnet die Polizei innerhalb des Cityrings, rund um den Hauptbahnhof und im Stadtgarten bei der Universität – eine gute Halbierung gegenüber dem Jahr 2024 mit 87 Fällen, 2023 waren es 73. Natürlich muss man dabei berücksichtigen, welche Unschärfen die Statistik mit sich bringt. Sie ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Fälle, die von der Polizei zur Staatsanwaltschaft gegeben werden, tauchen darin auf – nicht alle, die in dem Kalenderjahr geschehen sind. Denn die Aufarbeitung kann sich ja über die Jahresgrenze hinziehen. Dennoch sind die Zahlen eine wichtige Messlatte für die Entwicklung der Kriminalität in der Stadt.
Der Polizeipräsident äußert sich entsprechend positiv: „Besonders freut mich die Wirksamkeit unserer Waffen- und Messerverbotszone. Die Halbierung der schweren Taten mit Messern zeigt, dass die Maßnahmen und Schwerpunktsetzungen von uns mit unseren Partnern, allen voran der Landeshauptstadt, greifen“, sagt Markus Eisenbraun zur Vorstellung der aktuellen Zahlen. Der Anstieg in den Jahren 2021 bis 2024 hatte ihm Sorgen bereitet. 2021 waren es 38 Taten, im Jahr darauf 66, dann folgten die Jahre mit 73 und 87 Fällen in diesem besonders betroffenen Bereich der City.
Die Verbotszone regelt, dass man keine Messer und andere gefährliche Gegenstände in diesem Bereich dabei haben darf. Das Verbot gilt in den Nächten des Wochenendes, freitags und samstags von 18 Uhr bis 8 Uhr am kommenden Morgen. Analog werden die Nächte vor Feiertagen behandelt. Zwar ist das Tragen von Waffen und bestimmten Messern ohnehin schon vom Waffengesetzt in der Öffentlichkeit untersagt. Die Verbotszone erhöht jedoch die Möglichkeit, die Verstöße zu sanktionieren – sprich die Strafen sind höher – das soll der Abschreckung dienen.
Wie es nun in der kommenden Zeit weitergehen wird, das beantwortet die Polizei – in Abstimmung mit der Stadt – auch schon. Es bestünden „nach gegenwärtigem Stand keine Anhaltspunkte für eine grundlegende Neuausrichtung: zeitliche oder räumliche Anpassungen aufgrund zukünftiger Entwicklungen bleiben jedoch möglich“, teilt die Polizei mit. Der derzeit ausgewiesene Bereich und die Regeln dafür bleiben also weiterhin. Sollten sich andere Bereiche oder Zeiten als problematisch herausstellen, kann reagiert werden.