Kriminalstatistik für Gerlingen Ein sicheres Pflaster im Strohgäu

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Die Zahl der Straftaten in der Stadt hat sich bei knapp 600 pro Jahr stabilisiert. Die Polizei sieht keinen Grund zur Sorge.

300 Tatverdächtige sind 2016 in Gerlingen ermittelt worden – mehr als im Vorjahr. Foto: dpa
300 Tatverdächtige sind 2016 in Gerlingen ermittelt worden – mehr als im Vorjahr. Foto: dpa

Gerlingen - Gerlingen ist eine sehr sichere Stadt.“ Das hat der kommissarische Leiter des Polizeireviers Ditzingen, Thomas Reimold, jüngst im Gemeinderat betont, als er die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vorstellte. 599 Fälle wurden in Gerlingen im Jahr 2016 registriert, zwei mehr als im Jahr zuvor. Weniger Fälle pro Tausend Einwohner gibt es nur in Hemmingen; Korntal-Münchingen und Ditzingen haben knapp die Hälfte mehr.

Die Aufklärungsquote stieg auf 59,8 Prozent – der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Den stärksten Ausschlag nach oben in den einzelnen Deliktsbereichen gab es bei den sogenannten Roheitsdelikten: die stiegen von 71 auf 104; in diesem Bereich war auch die Aufklärungsquote mit 95 Prozent am höchsten. Wohnungseinbrüche gab es 29, zwei mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich ist gering. Einbrüche in Wohnungen würden oftmals von Tätern begangen, so Reimold, die nicht am Ort wohnen. In Gerlingen werde das begünstigt durch die Nähe zur Autobahn. „Wir haben große präventive Anstrengungen unternommen“, dennoch sei jeder Fall „für jeden Geschädigten ein Fall zuviel“, sagte der Revierleiter.

Zuhause im Bad eingesperrt

Die Betrugsdelikte stiegen von 75 auf 90 an, und die Stadträte hörten dazu ein Beispiel, das sich im November 2016 zugetragen hat: Eine Frau lernt in einer Kneipe ein Pärchen kennen, danach feiert man zuhause weiter. Das Opfer wird mit einem Spray betäubt und im Bad eingesperrt. Die Täter fliehen mit Schmuck im Wert von 20 000 Euro und heben vom Konto ihres Opfers noch 1000 Euro ab. Beide Tatverdächtige wurden ermittelt. Probleme machen zur Zeit die Straftäter, die sich als Polizeibeamte ausgeben und die versuchen, ältere Leute mit oft plumpen Tricks um Geld zu bringen. Es sei erschreckend, mit welcher Dreistigkeit manche Täter vorgehen würden.

Stadtrat Peter Zydel (FDP) sprach von den Personen, die des Öfteren in der städtischen Tiefgarage unangenehm auffallen – ob da Videoüberwachung helfe? Er würde das ernsthaft erwägen, so Reimold, wenn es um Kriminalitätsbekämpfung gehe. Es handele sich meist nur um Verunreinigungen und Lärmbelästigung, von wiederholten Sachbeschädigungen sei nichts bekannt. Zu dem Vorfall im Gymnasium im vergangenen Sommer betonte der Revierleiter, es habe sich nicht um eine versuchte Amoktat gehandelt, sondern nur „im entferntesten Sinn um eine Vorbereitungshandlung“. Eine „greifbare Gefahr“ habe es „definitiv nicht gegeben“. Dazu hätten danach „sehr viele Gespräche“ stattgefunden.

Gefühlte Angst ist stark verbreitet

Es gebe viele Menschen, die abends, nach 18 Uhr, aus Angst vor Überfällen nicht mehr aus dem Haus gingen, berichtete Irmgard Schopf (CDU). Die tatsächliche und die subjektiv gefühlte Kriminalitätslage würden in Extremfällen weit voneinander abweichen, so der Hauptkommissar. „Die Sorge, dass man abends nicht mehr vor die Türe kann, ist weit gefehlt.“ Die Gefahr, in Gerlingen auf der Straße Opfer eines Raubs zu werden, sei äußerst gering – 2016 ging die Straßenkriminalität zurück. „Vermitteln Sie Ihren Bürgern das Gefühl, hier sicher leben zu können“, sagte Reimold.




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