Kriminalstatistik für Stuttgart Die Sorge der Kripo um die Senioren bleibt

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Einen minimalen Anstieg der Zahlen meldet die Stuttgarter Polizei in der Kriminalstatistik des Jahres 2019. Allerdings geht das vor allem auf das Konto einer Gruppe, der Telefonbetrüger.

Die Polizei in Stuttgart kann in vielen Bereichen einen Rückgang der Deliktszahlen melden. Foto: dpa/Friso Gentsch (Symbolbild)
Die Polizei in Stuttgart kann in vielen Bereichen einen Rückgang der Deliktszahlen melden. Foto: dpa/Friso Gentsch (Symbolbild)

Stuttgart - Eigentlich ist es um die Sicherheit in Stuttgart seit ein paar Jahren recht stabil bestellt. Denn die Zahl der Einbrüche, die ein paar Jahre lang die Bürger und die Polizei in Aufregung versetzt hatte, ist rückläufig – auch im vergangenen Jahr sank sie wieder. Doch obwohl in fast allen Bereichen die Zahlen gesunken sind, gibt es einen geringen Anstieg der Straftaten. Das habe vor allem zwei Gründe. Zum einen sind das die sogenannten Leistungserschleichungen, also erwischte Schwarzfahrer. Diese Zahl ist – abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden, den Menschen ohne Fahrschein erzeugen – keine alarmierende Nachricht. Denn diese Zahl steigt, je mehr kontrolliert wird. Doch der zweite Bereich, der steigende Zahlen liefert, ist einer, der Sorgen bereitet. Denn es geht zu Lasten einer schwachen Gruppe, der Senioren. Auf die stürzen sich die Telefonbetrüger weiterhin. Die Zahl der Fälle hat sich gegenüber dem Vorjahr verdreifacht.

Stuttgart behauptet sich als sichere Großstadt in den Top drei in ganz Deutschland. Nur in zwei Städten des Nachbarlandes Bayern geschehen – bezogen auf die Bevölkerungszahl – weniger Straftaten, in Nürnberg und München. Ganz so toll sieht es im Vergleich innerhalb Baden-Württembergs nicht aus, da belegt Stuttgart den vierten Platz hinter Heilbronn, Pforzheim und Ulm. Die Zahl der in der Statistik des Polizeipräsidiums für 2018 erfassten Taten liegt bei 54 347 (2018: 53 828). Das ist eine Zunahme um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutlich zurückgegangen sind die Einbrüche von 619 auf 474 Taten. Die 500er-Marke ist unterschritten. Weniger geworden sind auch die Taten in den Bereichen Taschendiebstahl, Sexualstraftaten, gefährliche und schwere Körperverletzung und Straßenkriminalität.

Mehr als 1,8 Millionen Euro Beute in der Landeshauptstadt

Der Anstieg um mehr als 2000 Fälle und damit eine Verdreifachung der Zahl aus dem Jahr 2018, als 856 Taten und Versuche registriert wurden bei der Masche Falscher Polizeibeamte bereitet der Kriminalpolizei große Sorgen. Bei 33 vollendeten Betrugstaten erbeuteten die Täter insgesamt mehr als 1,8 Millionen Euro (2018: 546 000 Euro). Der Enkeltrick ging nicht zurück. Hier hat sich die Zahl der betrügerischen Anrufe mehr als verdoppelt. 333 wurden gegenüber 146 im Jahr 2018 der Polizei gemeldet, bei den vollendeten Taten entstand ein Schaden in Höhe von knapp 140 000 Euro (2018: 63 000 Euro). Die Polizei begegnet dem Phänomen vor allem mit Prävention, da die Aufklärungschancen sehr gering war. Die Quote lag hier bei 0,8 Prozent im Fall der Falschen Polizisten und 0,6 Prozent bei den Enkeltrickbetrügern.

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