Krise bei den Blauen Aufregung um Abseits – Stuttgarter Kickers spielen gegen TSV Ilshofen nur 2:2

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Die Stuttgarter Kickers warten seit vier Pflichtspielen auf einen Sieg und haben dabei elf Gegentore kassiert – zu viel für einen Aufstiegsanwärter.

„Maskenmann“ Patrick Auracher stemmt sich gegen eine drohende Niederlage. Foto: Baumann
„Maskenmann“ Patrick Auracher stemmt sich gegen eine drohende Niederlage. Foto: Baumann

Stuttgart - Die gute Nachricht vornweg: Die Stuttgarter Kickers haben in der Fußball-Oberliga den Rückstand auf Tabellenführer 1. Göppinger SV (1:2 gegen Neckarsulmer SU) um einen Punkt verkürzt, die schlechte: Sie kamen beim 2:2 (1:0) gegen den TSV Ilshofen über ein Remis nicht hinaus und warten nun schon seit vier Pflichtspielen auf einen Sieg, da kann man schon mal von einer kleinen Krise reden. Es reichten vor 2565 Zuschauern nicht einmal gefühlte 100 Minuten, nachdem der Gäste-Torwart Jonas Wieszt mit einer schweren Handverletzung kurz vor Ende ausgewechselt werden mussten und offiziell sechs Minuten nachgespielt wurden, für ein Happy End. „Wir haben zuletzt zu wenig Punkte geholt“, gab Kickers-Trainer Ramon Gehrmann zum.

Aufregung um Schiedsrichter

Am Ende wurde vor allem (zu?) viel über eine Szene gesprochen: In der 62. Minute hatte ein Linienrichter schon die Fahne gehoben, doch Schiedsrichter Roy Dingler (Birkenfeld) ließ weiterlaufen, weil Patrick Auracher den Ball wohl leicht berührt hatte und der Unparteiische das als neue Spielsituation bewertete, die Benjamin Kurz eiskalt zur Führung nutzte. Die war so gesehen natürlich umstritten, allerdings bekamen die Kickers danach noch einen Elfmeter, den man nicht pfeifen muss und den Mijo Tunjic eiskalt verwandelte (76.), und hatten in der stürmischen Drangphase auch noch den Siegtreffer aus dem Fuß. Die Führung von Cristian Giles (24.) hatte Nico Rodewald nach einem schweren Patzer von Leon Braun (57) ausgeglichen.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass sich die Kickers defensiv aktuell nicht aufstiegstauglich präsentieren. Elf Gegentore in den vier besagten Spielen sprechen eine deutliche Sprache, allenfalls Patrick Auracher stemmte sich gegen die Niederlage. Zudem hat der Kader zwar viel Offensivpotenzial (Shkemb Miftari und Noah Lulic saßen nur auf der Bank), doch wenig Defensivalternativen. Und im Mittelfeld fallen die für nötige Impulse sorgenden Markus Obernosterer für den Rest des Jahres und Marvin Weiß noch mindestens vier Wochen aus, so dass Auracher vor dem Spiel beim Tabellenzweiten FC 08 Villingen am nächsten Samstag (18.30 Uhr) fordert: „Wir müssen wieder mehr Zweikämpfe gewinnen, das Fußball spielen kommt dann von alleine.“