Kritik an Alice Weidel AfD entlarvt sich mit irren Windrad-Drohungen selbst

Mit besonderem Nachdruck polemisierte Alice Weidel gegen den Ausbau der erneuerbaren Energien. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Ganz jenseits ökologischer Fragen: Windräder abreißen kann nicht zu einer Partei passen, die sich selbst als „libertär-konservativ“ bezeichnet, kommentiert unser Autor.

Digital Desk: Jonas Schöll (jo)

Mit dem irren Begriff „Windmühlen der Schande“ fordert AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel auf dem Parteitag in Riesa den Abriss von Windrädern. Der eine oder andere im Saal dürfte sich dabei an Björn Höckes Formulierung vom „Denkmal der Schande“ erinnert haben. So bezeichnete er in seiner Dresdner Rede im Jahr 2017 das Holocaust-Mahnmal in Berlin. Die Rede führte zu einem Eklat – auch Weidels Frontal-Angriff auf die deutsche Energiewende schlägt hohe Wellen.

 

Ob sich die AfD-Frau mit ihren krassen Aussagen einen Gefallen getan hat, wird sich in ein paar Wochen bei der Bundestagswahl zeigen. Umfragen belegen jedenfalls, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung hinter der Energiewende steht und Windenergie als einen unverzichtbaren Bestandteil betrachtet. Und das völlig zu Recht: Erneuerbare Energien wie Windkraft sind eine zentrale Säule im Kampf gegen den Klimawandel.

Windräder abreißen wäre staatliche Willkür

Wir spüren die Auswirkungen heute mehr denn je: Das vergangene Jahr war das wärmste, das je gemessen wurde. Die verheerenden Waldbrände in den USA, steigende Meeresspiegel, bis hin zur Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal. Die Reduzierung von Treibhausgasemissionen ist absolut notwendig. Windräder spielen hierbei eine Schlüsselrolle, da sie zweifellos eine der wirkungsvollsten und klimafreundlichsten Technologien zur Stromerzeugung darstellen.

Die von Weidel propagierte Rückkehr zu Atomkraft und Kohlekraftwerken ist ein Irrweg. Doch auch ganz jenseits ökologischer Fragen: Was wären das für Zustände, wenn staatliche Willkür so weit gehen würde? Wir sprechen hier von privaten Investitionen und Eigentum – solche zerstörerischen Anwandlungen sind entsetzlich. Es sollte allen klar sein, dass solch ein massiver Eingriff nicht zu einer Partei passen kann, die Weidel im Gespräch mit Elon Musk als „libertär-konservativ“ bezeichnet hat.

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