Kritik an Aussage der Remstalkellerei Wein-Schelte stößt Fellbacher Wengertern sauer auf

Von anc 

Lässt sich der Weinjahrgang 2016 nur noch zum Schnäppchenpreis verkaufen? Die Fellbacher Weingärtner Genossenschaft widerspricht einer Aussage der Remstalkellerei.

Ob Weiß  oder Rot: die Fellbacher Wengerter sind zufrieden mit dem Wein-Jahrgang 2016. Foto: Gottfried Stoppel
Ob Weiß oder Rot: die Fellbacher Wengerter sind zufrieden mit dem Wein-Jahrgang 2016. Foto: Gottfried Stoppel

Fellbach/Weinstadt - Das Rundschreiben der Remstalkellerei, in dem von einer „desaströsen wirtschaftlichen Lage“ der Genossenschaft die Rede ist, hat nicht nur deren Mitglieder aufgeschreckt. Der Brandbrief stößt auch den benachbarten Fellbacher Weingärtnern sauer auf, die sich nun zu Wort gemeldet haben. Der Anlass sind die Äußerungen der Geschäftsführung der Remstalkellerei zum Weinjahrgang 2016. Dieser habe angesichts des „herausragenden“ 2018er-Jahrgangs nahezu seinen kompletten Wert verloren, hieß es in dem Schreiben, das als Konsequenz eine „Sonderverwertung“ des 2016er-Jahrgangs ankündigte, also einen Verkauf zu sehr günstigen Preisen.

„Unterschiede kann es immer geben, aber wie die Kollegen zu dieser Einschätzung gekommen sind, weiß ich nicht“, sagt Thomas Seibold, der Vorstandvorsitzende der Fellbacher Weingärtner. Auf die Weine seiner Genossenschaft treffe das Urteil „in keinster Weise“ zu, betont Seibold, der sich gegen Pauschalaussagen über den 2016er-Jahrgang wehrt: „Das kann ich so nicht stehen lassen, dem muss ich entschieden widersprechen.“ Es handle sich da um einen guten Jahrgang. „Das belegen auch die Auszeichnungen“, argumentiert Seibold. Bei Bewertungen wie der Berliner Wine Trophy, bei Best of Riesling oder dem Besten Württemberger hätten die Weißweine von 2016 hohe Punktzahlen und Gold erzielt und seien auf Siegertreppchen gelangt. Natürlich habe jeder Jahrgang seinen individuellen Charakter und das sei auch gut so.

In ertragreichen Jahren wie 2016 sei es die Aufgabe des Weinbauers, dafür zu sorgen, dass die Qualität stimme. „2016 musste man sicher mehr korrigieren, als in anderen Jahren – aber das ist ja der Job des Wengerters“, sagt Seibold. Nun sei er gespannt auf die Rotweine, die jetzt nach einer zweijährigen Reifezeit abgefüllt würden. Was die Kritiker von diesen halten, werde sich dann 2019 zeigen.




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