Der neue Fahrplan der VVS-Buslinie 747 zwischen Warmbronn und Renningen soll das Angebot verbessern – doch für viele Schüler bedeutet er längere Wartezeiten. Eltern schlagen Alarm.

Für etwa 30 Schülerinnen und Schüler aus Leonberg-Warmbronn, die täglich mit dem Bus zur Realschule oder zum Gymnasium nach Renningen fahren, war die Verbindung bislang gut getaktet. Vor allem mittags passten die Abfahrtszeiten zur üblichen Unterrichtszeit. Mit dem neuen Fahrplan der Linie 747 (Renningen-Warmbronn-Universität Stuttgart/Vaihingen), der zum 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist, ändert sich das deutlich – zum Ärger vieler Eltern.

 

Der Unterricht an beiden Renninger Schulen endet meist gegen 12.55 Uhr. Während bisher um 13.10 Uhr ein Bus zurück nach Warmbronn fuhr, ist künftig erst um 13.55 Uhr wieder eine Verbindung vorgesehen. „Das bedeutet eine volle Stunde Wartezeit mitten am Tag oder die Schüler fahren mit dem Bus über Leonberg nach Warmbronn, der etwa 40 Minuten benötigt“, kritisiert Matthias Küsell, dessen Sohn die achte Klasse des Renninger Gymnasiums besucht. Der neue Fahrplan gehe ausgerechnet an der Hauptnutzergruppe vorbei.

Besonders unverständlich für die betroffenen Eltern sei die Tatsache, dass ihre Kinder als regelmäßige Fahrgäste offenbar keine Rolle bei der Neuplanung gespielt hätten. „Unsere Schulkinder sind sicherlich die Hauptnutzer dieser Busverbindung“, heißt es in einem Schreiben an die Verantwortlichen des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS). Die Sorge: Wenn Schüler den Bus künftig meiden, könnte langfristig sogar die Wirtschaftlichkeit der Linie infrage stehen – mit negativen Folgen für alle.

Eltern und Schüler hatten bereits vor Weihnachten eher zufällig von den geänderten Zeiten erfahren, weil der neue Fahrplan an der Haltestelle „Post“ in Renningen ausgehängt war. „Seitens der VVS versicherte man uns, dass dies ein Versehen war, der Plan hätte erst ab dem 1. Januar einsehbar sein sollen“, sagt Matthias Küsell. Was den Ärger der Eltern noch verstärkte. Eine offizielle Information oder Rückmeldung auf erste Beschwerden ließ zunächst auf sich warten. Erst nach mehreren Anfragen erhielten einige Eltern eine Antwort aus der Planungsabteilung des VVS.

Darin räumt der VVS ein, dass sich die „an sich äußerst positive Erweiterung des Fahrplanangebots“ von zehn auf 15 Fahrtenpaare pro Werktag im Einzelfall negativ auswirke. Zum Zeitpunkt der Neukonzeption der Linie 747 nach den geänderten Vorgaben des fortgeschriebenen Nahverkehrsplans für den Landkreis Böblingen im Jahr 2020 habe es noch keine Schüler mit Wohnort Warmbronn und Schulort Renningen gegeben. Zudem habe die Linie 747 vielfältige Aufgaben zu erfüllen, nicht nur im Schülerverkehr nach Stuttgart oder Renningen, sondern auch bezogen auf die Anschlüsse an den Linienenden. So kommen in Renningen beispielsweise in Kürze der Anschluss an die Hermann-Hesse-Bahn neu dazu.

Matthias Küsell und andere Eltern aus Warmbronn geben die Hoffnung auf eine bessere Mittagsverbindung der Linie 747 noch nicht auf. Zum Start des neuen Schuljahres wird es dafür allerdings voraussichtlich zu spät sein.