Im Europaparlament sitzen Abgeordnete, die es sich zur Hauptaufgabe gemacht haben, Missstände aufzuzeigen und die Arbeit der EU scharf zu kritisieren. Doch sie wandeln auf einem schmalen Grat.

Korrespondenten: Knut Krohn (kkr)

Martin Sonneborn gefällt sich in der Pose des Provokateurs. Er genießt die Bühne des Europaparlaments und liest seine exakt eine Minute dauernden Redebeiträge wohl artikuliert vom Blatt. Eindruck hinterlässt der 58-jährige Abgeordnete damit im Plenum allerdings wenig, was auch daran liegen mag, dass er mit seinen gestelzt-ironischen Texten die Übersetzer zur Verzweiflung treibt. Zudem funktionieren viele der Wortwitze nur selten in einer der 23 anderen Amtssprachen der EU.