Kritik an privaten Bahnbetreibern Pendler müssen entschädigt werden

Schick, aber problembehaftet: ein für die Region bestimmter Regionalzug. Foto: dpa/Nestor Bachmann

Sie starteten mit Vorschusslorbeeren: die privaten Bahnbetreiber im Südwesten blieben hinter den Erwartungen zurück. Jetzt drohen Entschädigungszahlungen. Doch die müssen auch an die betroffenen Pendler gehen, fordert Jörg Nauke.

Stuttgart - Als die Übernahme des Stuttgarter Bahnnetzes durch die Firmen Abellio und Go Ahead noch in weiter Ferne lag, hat man viel über Taktverdichtungen, Zusatzlinien und supermoderne Fahrzeugen mit Wlan geredet. Seit Pfingsten werden vor allem Pleiten, Pech und Pannen in Form von Verspätungen und Zugausfällen thematisiert. Neue Wagen kommen zu spät, gar nicht, oder es krankt an der Software, weil die Fahrzeuge offenbar wie Bananen erst beim Kunden reifen. Bei der DB Region reibt man sich die Hände: Ihr Betrieb war zwar auch häufig völlig unzureichend, man konnte aber wenigstens Engpässe bei Material und Personal kompensieren. Das erweist sich jetzt als Vorteil. Bei der Ausschreibung abgeschmiert, springt DB Regio in die Bresche, kassiert kräftig ab und darf sich als Retterin des Regionalverkehrs feiern lassen.

 

Längst redet man aber nicht nur über Chaos und Vertrauensverlust, sondern auch über Wiedergutmachung. Wenn es aber unstrittig ist, dass die Netzbetreiber ihre Lieferanten in Regress nehmen, weil diese Verträge nicht einhalten, und sich das Land als Auftraggeber wiederum wegen unzureichender Leistungserbringung an Abellio und Go Ahead schadlos hält, dann muss am Ende auch der Fahrgast als direkt Betroffener entschädigt werden.

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