Die harsche Kritik des Landesvorsitzenden der CDU-nahen Mittelstandsvereinigung, Bastian Atzger, am CDU-Landeschef Manuel Hagel kommt nicht nur in der Partei schlecht an. Auch der frühere MIT-Landesvorsitzende und jetzige Leonberger CDU-Chef Oliver Zander ist richtig sauer auf seinen Nachfolger und fordert ihn „unmissverständlich zum sofortigen Rücktritt“ auf.
Herr Zander, Sie verwenden harte Worte. Wie begründen Sie die?
Ich kenne Bastian Atzger gut, ich war sein Vorgänger als Landeschef, darüber hinaus acht Jahre Mitglied des MIT-Bundesvorstands, davon vier Jahre als stellvertretender Bundesvorsitzender. Die öffentlichen Äußerungen und politischen Positionierungen von Herrn Atzger gegenüber der CDU empfinde ich seit Langem als destruktiv und parteischädigend. Sein politischer Wertekompass hat sich aus meiner Sicht so weit von den Grundüberzeugungen unserer Partei entfernt, dass er inhaltlich eher bei der AfD aufgehoben wäre.
Woran machen Sie diese Einschätzung fest?
Bereits zu meiner Zeit als Landesvorsitzender hat sich Herr Atzger dadurch hervorgetan, nicht konstruktiv an der politischen Arbeit mitzuwirken, sondern regelmäßig und öffentlich gegen die eigene Partei zu agieren, anstatt sich aktiv einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Dieses Verhalten war einer der maßgeblichen Gründe dafür, dass ich mich damals entschieden habe, nicht erneut als Landesvorsitzender zu kandidieren.
Nun hat ja die CDU, wenn auch knapp, die Wahl verloren.
Selbstverständlich kann und darf man Wahlkampfstrategien kritisch hinterfragen. Dies ist im Nachhinein bekanntlich immer einfacher. Entscheidend ist jedoch, Kritik intern, sachlich und mit dem Ziel der Weiterentwicklung zu üben und daraus gemeinsam zu lernen. An einem solchen konstruktiven Prozess hatte Herr Atzger nach meiner Erfahrung jedoch nie Interesse. Entsprechend wird er von der CDU auch zu Recht nicht in die internen strategischen Überlegungen eingebunden.
Fühlen Sie sich der MIT noch verbunden?
Unbedingt! Herrn Atzger habe ich den Landesverband in einem organisatorisch wie finanziell ausgezeichneten Zustand übergeben. Umso bedauerlicher ist es, dass es ihm durch ein ideologisch getriebenes und polarisierendes Auftreten gelungen ist, den Landesverband nachhaltig zu schwächen und politisch zu isolieren.