Kritik zu „Tod in Venedig“ in der Stuttgarter Oper Hinter vielen Spiegeln, welche Welt?

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In Stuttgart hat der Regisseur und Choreograf Demis Volpi „Tod in Venedig“ aufgeführt, eine Oper von Benjamin Britten nach der Novelle von Thomas Mann. Im artifiziellen Bühnenbild begeistert vor allem der Sänger Matthias Klink: ein Ereignis.

Matthias Klink als Gustav von Aschenbach im „Tod in Venedig“ Foto: Oper
Matthias Klink als Gustav von Aschenbach im „Tod in Venedig“ Foto: Oper

Stuttgart - „Ben schreibt eine teuflische Oper. Und sie wird ihn töten.“ Das notierte Benjamin Brittens Lebensgefährte, Peter Pears, als der Komponist in den siebziger Jahren an der Vertonung von Thomas Manns Novelle „Tod in Venedig“ arbeitete. Und so kam es. Vorgesehen war die Premiere seinerzeit in Stuttgart, die Wolfgang Windgassen in der Titelpartie singen sollte. Er starb kurz zuvor. Bei der Erstaufführung von „Der Tod in Venedig“ nun im Jahr 2017 in Stuttgart singt Matthias Klink die Haupttrolle, und er singt sie in einer identifikatorischen Haltung, die oft die Grenzen aufhebt zwischen dem, was Kunst ist, und dem, was Wirklichkeit ist. Matthias Klink ist, mit seinem Counterpart in der Oper, Georg Nigl, ein Ereignis. Demis Volpis Regie und Choreografie bietet hinter tausend (blinden) Spiegeln im beeindruckenden Bühnenbild von Katharina Schlipf die Möglichkeit, sich hinter den Tänzern, Sängern und der artifiziellen Dekoration gleichwohl auch zu verstecken. Das Stück hat, schon von der Vorlage her gesehen, seine Tücken. Begeisterung in der Stuttgarter Staatsoper.




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