Kritik zum „Tatort“ aus Frankfurt Ausflug ins Horror-Genre

Von Ulla Hanselmann 

Passend zu Halloween ging die ARD mit einem „Grusel“-Tatort aus Frankfurt an den Start. Hier gibt es unsere Kritik zum TV-Krimi mit dem Titel „Fürchte dich“.

Als Kommissar Brix (Wolfram Koch) auf dem Dachboden ein Kinderskelett findet, begeht er einen schweren Fehler. Denn jetzt sind die Geister los! Foto: HR/Pressestelle 8 Bilder
Als Kommissar Brix (Wolfram Koch) auf dem Dachboden ein Kinderskelett findet, begeht er einen schweren Fehler. Denn jetzt sind die Geister los! Foto: HR/Pressestelle

Frankfurt - „Fürchte dich“ – so lautet der Titel des neuen HR-„Tatorts“ aus Frankfurt mit dem Duo Janneke/Brix. Wir sagen, ob sich das Einschalten gelohnt hat:

Die Handlung in zwei Sätzen: Durch den Fund eines Kinderskeletts im Haus, das Kommissar Paul Brix (Wolfram Koch) mit Fanny (Zazie de Paris) bewohnt, fängt Brix an, in der Vergangenheit der alten Villa zu graben, die einmal ein Waisenhaus war. Damit scheucht er einen bösen Geist auf, der es auf die junge Merle (Luise Befort) abgesehen hat, die arme Fanny verhext, und die Ermittlerin Anna Janneke (Margarita Broich) das Fürchten lehrt.

Zahl der Leichen: Sehr schwer zu sagen. Definitiv mausetot sind am Ende drei Personen. Weniger sicher kann man sich bei dem vor sechzig Jahren unabsichtlich von Otto Schlien erstickten Waisenmädchen Helga und Ottos Mutter, der Heimleiterin, sein. Denn die drehen im „haunted house“ putzmunter als Geister ihre Runden.

Stilmittel: Der Spuk beginnt in einer Gewitternacht . . . Der Regisseur und Ko-Autor Andy Fletscher, sein Kameramann Benjamin Dernbrecher sowie Requisite und Szenenbild fahren alles auf, was die Horrorfilm-Kiste hergibt. Saubere Arbeit!

Übersinnliches: Besonders hübsch ist, dass der spukende Geist sogar ein Telefongespräch zwischen Janneke und Brix manipulieren kann. Dass Zazie de Paris als vom Geist Besessene höllischen Spaß an ihrer Rolle hatte, ist unübersehbar.

Sozialrealismus: Gerät stark in den Hintergrund, wobei der Missbrauch eines Heimkinds als Erklärung für das Verschwinden der kleinen Helga sehr plausibel erscheint – und damit ja doch ein gesellschaftlicher Missstand durch die selbstredend knarzende Hintertür hereinspaziert. Dass der Bösewicht vom eigenen Zwillingsbruder am Schluss mit einem tödlichen Schuss zur Strecke gebracht wird: Diese Wendung zum Familiendrama hätte der Gruselspaß nicht nötig gehabt.

Was wir nicht vermisst haben: Die Frage: Wo waren Sie zur Tatzeit? Wobei interessant gewesen wäre, was so ein Geist geantwortet hätte.

Unser Fazit: Herrlicher Ausflug ins Horror-Genre. Wir hauchen dem auf schrille Experimente abonnierten HR mit kaltem Atem ins Ohr: Weiter so!

Spannung: Note 2

Logik: Note 2




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