Kronprinz Haakon und Mette-Marit Glück und Leid in Norwegens Königshaus

Norwegens künftiger König Haakon und seine Gattin Mette-Marit gelten als Glücksfall für die Monarchie in dem skandinavischen Land. Foto: dpa/Jörg Carstensen
Norwegens künftiger König Haakon und seine Gattin Mette-Marit gelten als Glücksfall für die Monarchie in dem skandinavischen Land. Foto: dpa/Jörg Carstensen

Seit 20 Jahren führen Kronprinz Haakon und die Bürgerliche Mette-Marit eine offenbar glückliche Ehe. Doch über dem künftigen Königspaar liegt ein Schatten.

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Oslo - Wer die norwegische Königsfamilie kennengelernt hat, zweifelt nicht daran, dass sich Kronprinz Haakon (48) und Mette-Marit (48) noch immer innig lieben. Dabei feiern sie am 25. August schon ihren 20. Hochzeitstag. Und einfach waren die Jahre bei Weitem nicht, vor allem für die am letzten Donnerstag 48 Jahre alt gewordene Kronprinzessin.

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Im Juli 1999 hatten sich die beiden auf einem feuchtfröhlichen Sommerfestival kennengelernt. Mette-Marit war damals ein Partygirl mit Revoluzzer-Charme und trug ein Fischgräten-T-Shirt über einem langarmigen Sweatshirt – so wie es Nirvana-Sänger Kurt Cobain gern tat.

Mette-Marit bringt einen Sohn mit

Was wie eine von unzähligen Festivalaffären begann, mündete in ein gemeinsames Leben. „Er sah mich, er verstand mich, er hörte zu, er hielt mich“, erinnert sich Mette-Marit kürzlich im Radiosender NRK. Auch ihr Prinz erzählt – etwas hölzerner – vom ersten Eindruck vor 22 Jahren: „Dieses blonde Mädchen aus Sörland machte Eindruck auf mich. Man merkt, wenn sie einen Raum betritt. Es gibt da eine Kraft, die man nicht so leicht übersieht“, sagte Haakon.

Das Revoluzzer-Mädchen war damals nicht gerade die perfekte Partnerin für den umschwärmten Junggesellen Haakon. Wer möchte nicht Königin von Norwegen werden und in einem Schloss wohnen? Doch die Affären mit Models und anderen Schönheiten vergaß der Prinz schnell. Die so normal aussehende Mette-Marit eroberte sein Herz – eine 26-jährige alleinerziehende Mutter, die als Kellnerin arbeitete, um ihren zweieinhalb Jahre alten Sohn Marius zu versorgen.

„Ich habe noch immer massenhaft Auflehnung, Protest in mir. Ich führe meine Rolle nicht so aus, wie es viele erwarten. Eher im Gegenteil. Die ersten zehn Jahre unserer Ehe versuchte ich so zu sein, wie eine Kronprinzessin laut meiner Vorstellung sein müsste“, sagt Mette-Marit heute. Das habe sie dann einfach abgelegt. „Es ist wichtig, ein Leben zu führen, für das man stehen kann.“

Der Vater des Prinzen musste um seine Liebe kämpfen

Anderthalb Jahre nach der Festivalbegegnung folgte die Verlobung, acht Monate später wurde geheiratet. Das ging nur deshalb so rekordschnell, weil der gesundheitlich angeschlagene König Harald (84) ein verständnisvoller Mann ist. Er war selbst ein gebranntes Kind. Ein Jahrzehnt lang hatte sein Vater König Olav Widerstand geleistet, bevor Harald die Bürgerliche Sonja, Haakons Mutter, heiraten durfte. Er soll seinem Vater gedroht haben, nie zu heiraten, wenn er nicht Sonja bekäme.

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Das heutige Kronprinzenpaar hat zwei gemeinsame Kinder: Prinzessin Ingrid (17), die dank Gesetzesänderung von 1991 zur Frauengleichstellung in der Thronfolge einmal Königin wird, und Prinz Sverre Magnus (15). Hinzu kommt Mette-Marits Sohn Marius (24) aus einer losen ersten Beziehung.

Die Prinzessin leidet an Lungenfibrose

Der Wermutstropfen zum 20. Hochzeitstag: Mette-Marit hat eine Lungenfibrose, eine noch immer unheilbare Erkrankung. Ihre Lunge vernarbt zunehmend. Die Patienten leiden an Kurzatmigkeit, Husten und Atemnot, der Tod kann sehr plötzlich eintreten. Bei Mette-Marit kam die Schockbotschaft 2018. Neue Medikamente verlangsamen aber die Krankheit, und letztlich könnte die Kronprinzessin durch eine Lungentransplantation Lebenszeit hinzugewinnen.

Mette-Marit selbst sagte ein Jahr nach der Diagnose, dass sich nun ihr Leben wohltuend entschleunigt habe und sie mehr Zeit für sich selbst habe. Ihren Verlust dürfte Kronprinz Haakon nur schwer verkraften. Auch sein Vater ist sehr krank. Bald muss Haakon wohl oder übel auf den Thron. Mit Mette-Marit und einigen Sorgen um ihre Zukunft.




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