Krummbachtal in Gerlingen Parkchaos am beliebten Ausflugsziel
Auch eine dritte Parkplatzfläche kann das Problem nicht lösen, dass Ausflügler ihre Autos wild abstellen. Könnte ein Shuttleservice an Wochenenden eine Lösung sein?
Auch eine dritte Parkplatzfläche kann das Problem nicht lösen, dass Ausflügler ihre Autos wild abstellen. Könnte ein Shuttleservice an Wochenenden eine Lösung sein?
Das Krummbachtal, unter anderem mit Walderlebnispfad und Kugelbahn, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Obwohl die Stadt Gerlingen im vergangenen Jahr eigens eine neue Parkplatzfläche ausgewiesen hat, ist dort die Situation an schönen Wochenenden nach wie vor angespannt. Eine Lösung für das altbekannte Problem scheint weiterhin nicht in Sicht.
Freie Tage mit bestem Wetter, die aktuell viele Ausflügler Woche für Woche in die Natur locken, haben im idyllischen Krummbachtal meist ein Verkehrschaos zur Folge. Die enge Waldstraße ist dann häufig auch dort zugeparkt, wo es laut Straßenverkehrsordnung verboten ist.
Auf dieses nicht gerade neue, aber unverändert ärgerliche Thema hat zuletzt im Gerlinger Gemeinderat Martina Merchant (FDP) hingewiesen. Die Stadträtin bezeichnete den Zustand im Tal „nach wie vor als nicht tragbar“ und sogar gefährlich. Weil dadurch häufig auf der ohnehin schmalen Straße streckenweise nur noch eine Spur befahrbar sei, forderte Merchant die Stadt auf, sich der Problematik erneut anzunehmen.
Das bekannte Problem hatte sich mit der Eröffnung des Gerlinger Walderlebnispfads im Jahr 2022 noch einmal verschärft. Der Pfad, der sich vor allem an Familien mit Kindern richtet, hat seinen Ausgangs- und Endpunkt am Waldparkplatz im Krummbachtal. Direkt gegenüber liegt das beliebte Waldgasthaus, das, wie der Pfad selbst, an schönen Wochenenden ein Besuchermagnet ist.
Wie Stefan Altenberger, Erster Beigeordneter der Stadt Gerlingen, im Gemeinderat sagte, habe der Parkdruck im Krummbachtal Jahr für Jahr zugenommen. Von der Möglichkeit, den Waldlehrpfad über die Bushaltestelle „Gerlinger Waldsiedlung“ mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, machten indes nur wenige Gebrauch. Der rund 500 Meter lange Weg von dort zum drei Kilometer langen Walderlebnispfad scheint offenbar vielen Familien mit Kindern zu lang zu sein.
Im vergangenen Jahr hat die Stadtverwaltung deshalb neben zwei bestehenden Waldparkplätzen eine dritte Parkfläche für rund 30 Fahrzeuge ausgewiesen. Das geschotterte Areal liegt unmittelbar neben der Waldgaststätte. Manchen Besucher irritieren dürften hier einige Schilder, die an der Zufahrt auf „Privat-Parkplätze“ verweisen. Wie die Stadt auf Anfrage erläutert, betreffe dies jedoch nur die Plätze „entlang des Zauns, direkt angrenzend an das Grundstück des Gasthauses“.
Die Verwaltung betont, die Situation im Krummbachtal „weiterhin beobachten“ zu wollen und gegebenenfalls „weitere Maßnahmen zu treffen“. Welche das sein könnten, erklärt die Stadt nicht. Auf den drei ausgewiesenen Parkplätzen können aktuell rund 60 Fahrzeuge abgestellt werden. Entlang der Straße darf nur an wenigen ausgewiesenen Stellen geparkt werden, weil sonst die Fahrbahn zu eng wird. Grundsätzlich gilt, dass nur geparkt werden darf, wenn die gesetzliche Restfahrbahnbreite mehr als 3,10 Meter beträgt. Entsprechendes erklärt die Stadt Gerlingen auch auf ihrer Internetseite zur An- und Abfahrt zum Walderlebnispfad.
„Es finden in unregelmäßigen Abständen oder bei Bedarf Kontrollen durch den Gemeindevollzugsdienst statt. Wenn Rettungsgassen zugeparkt sind, wird auch abgeschleppt“, erklärt eine Sprecherin der Stadtverwaltung.
Dass eines Tages der Erlebnispfad und die Waldgaststätte direkt an den ÖPNV angeschlossen werden, ist indes nicht zu erwarten: „Ein Anschluss des Krummbachtals an den regulären Linienverkehr lässt sich verkehrlich nicht realisieren“, so die Sprecherin. Auch ein etwaiges Shuttleangebot an Wochenenden hält die Stadt für nicht zweckmäßig.
„Erfahrungsgemäß reisen Familien mit Kinderwagen und Ausflugsgepäck sowie häufig noch mit ihren Hunden von außerhalb an.“ Es sei nicht davon auszugehen, dass diese Zielgruppe ein Shuttleangebot nutzen würde. Stattdessen werde vielmehr versucht, möglichst nah am Erlebnispfad zu parken. Hinzu kommt: „Ein solches Shuttleangebot könnte nicht wirtschaftlich betrieben werden“, erklärt die Sprecherin weiter. Der Besucherandrang sei „stark saison- und wetterabhängig“, weshalb die Nachfrage nach einem Shuttleangebot nicht kalkulierbar sei.