Krypto-Kurssturz Warum es für Bitcoin-Abgesänge zu früh ist
Trübe Stimmung am Kryptomarkt – der nächste Crash droht. Kein Grund zur Panik, schreibt unser Finanzkorrespondent Hannes Breustedt. Bislang galt stets: Totgesagte leben länger.
Trübe Stimmung am Kryptomarkt – der nächste Crash droht. Kein Grund zur Panik, schreibt unser Finanzkorrespondent Hannes Breustedt. Bislang galt stets: Totgesagte leben länger.
Die Bitcoin-Blase platzt – alle Jahre wieder. Seit Einführung der größten Digitalwährung im Jahr 2009 folgen auf epische Rallyes brutale Kursabstürze. So ist es auch nun wieder. Nach dem Rekordhoch vom März ging es zuletzt rapide bergab – und charttechnisch betrachtet, könnte das Schlimmste erst noch bevorstehen. Doch bevor wieder die großen Abgesänge losgehen, lohnt ein Blick auf die Fakten. Denn bislang galt für Bitcoin stets: Totgesagte leben länger.
Vorweg: Wie bei allen Kapitalmarktprognosen trifft auch für Kryptoanlagen die alte Börsenregel zu – die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Dennoch zeigt die zugegebenermaßen noch recht junge Bitcoin-Geschichte ein bemerkenswert klares Schema. Auf Boom folgte Crash, doch stabilisierte sich der Kurs stets über vorherigen Tiefständen und erreichte später neue Rekordhochs.
Auch wenn die Kursausschläge bei Kryptowährungen wesentlich krasser sind, entspricht das Muster eher historischen Aktienmarktverläufen als den von Kritikern häufig gezogenen Vergleichen mit Spekulationsexzessen wie der Tulpenmanie. Das bedeutet nicht, dass ein Bitcoin-Totalabsturz auszuschließen ist. Bedenken sind angebracht: Eine unbesicherte virtuelle Währung ohne großen Nutzwert, die von der Hoffnung auf Kurszuwächse lebt, weckt Assoziationen zu Glückspiel und Schneeballsystemen.
Trotzdem kann man nicht ausblenden, dass die Finanzindustrie mittlerweile so viel Geld in Kryptoinfrastruktur investiert hat, dass ein völliger Niedergang unwahrscheinlich ist. Als Kapitalmarktthema haben sich Kryptoanlagen mit der Zulassung richtiger Bitcoin-ETFs in den USA im Mainstream etabliert. Dennoch zeigt der Kurssturz einmal mehr, dass risikoscheue und nervenschwache Anleger einen möglichst weiten Bogen um Bitcoin und Co. machen sollten.