Kuchenritt in Sindelfingen Die Biennale ist eröffnet

Von red/rmu 

Mit einem farbenfrohen Spektakel ist die Sindelfinger Biennale am Samstag eröffnet worden. 800 Kinder ließen sich beim Kuchenritt vom Oberbürgermeister beschenken.

Das Floschenstadion zeigte sich am Samstag als buntes Farbenmeer. Foto: factum/Weise 13 Bilder
Das Floschenstadion zeigte sich am Samstag als buntes Farbenmeer. Foto: factum/Weise

Sindelfingen - Das Sindelfinger Floschenstadion (Kreis Böblingen) hat sich am Samstag in ein regelrechtes Farbenmeer verwandelt: rund 800 Kinder der städtischen Grundschulen sowie der Martinsschule feierten in alle Farben des Regenbogens gekleidet die moderne Version des Kuchenritts und eröffneten damit die Biennale 2017.

Unter den wohlwollenden Blicken des Sindelfinger Oberbürgermeisters Bernd Vöhringer (CDU) zogen sie zur Musik der Stadtkappelle Sindelfingen in das Stadion ein und versammelten sich nach einer Ehrenrunde im Mittelkreis, der wie ein bunter Regenbogen leuchtete. Reiter des Reit- und Fahrvereins Maichingen sorgten hoch zu Ross und in historischen Kostümen für den passenden geschichtlichen Rahmen. Immerhin stammt die Tradition des Kuchenritts vermutlich aus dem 16. Jahrhundert, als die Müllerburschen einmal im Jahr aus den noch außerhalb gelegenen Mühlen in die Stadt ritten und der Obrigkeit einen symbolischen Kuchen überbrachten – der Kuchenritt als sichtbar gewordener Ausdruck der Abgabepflicht sozusagen. Natürlich wurde dieser Tag dann auch mit einem Volksfest gefeiert. Nachdem der Ritt in den 1980er Jahren zum letzten Mal begangen worden war, erweckten die Stadtoberen die Tradition beim Stadtjubiläum 2013 wieder zum Leben.

Gaben für den Oberbürgermeister

In der aktuellen Interpretation waren es nun die Schüler, die dem Oberbürgermeister symbolische Gaben überbrachten. Stellvertretend für ihre jeweilige Schule traten ausgewählte Kinder auf die Bühne und präsentierten dem OB je einen Bollerwagen mit für die Gegend rund um ihre Schule typischen Gütern – Feldfrüchte, Eichenholz, Ziegelsteine oder Muschelkalk beispielsweise. Eines dieser Kinder war Melanie Beilharz von der Grundschule Gartenstraße. Als die Lehrer sie fragten, ob sie beim Kuchenritt auftreten wolle, habe sie sich zunächst erschreckt. „Ich dachte nur ‚Oh mein Gott’“, erklärt die Neunjährige im roten T-Shirt und grinst. Ein wenig nervös sei sie nun schon, sagte die Schülerin der dritten Klasse im Vorfeld, allerdings habe sie ihren Text auswendig gelernt – und Proben habe es ja schließlich auch gegeben. Bei ihrem Auftritt bewies sie dann, wie übrigens alle anderen „Sprecherkinder“ auch, gute Nerven und präsentierte ihren Text fehlerfrei. Die Dialoge mit dem Oberbürgermeister, in Reimform verfasst, stammten aus der Feder von Horst Zecha, dem Sindelfinger Kulturamtsleiter. Er zeigte sich sehr zufrieden mit den Leistungen der Kinder. „Schon bei dem Probedurchlauf am Freitag konnte man sehen, dass sie hoch motiviert sind. Und jetzt haben sie die Texte sehr gut rübergebracht.“

Als Dank für die Gaben überreichte Bernd Vöhringer jeder Schule einen symbolischen Korb mit Laugenkringeln und 500 Euro, die in unterschiedliche Projekte fließen sollen. So wünschen sich die Kinder der Grundschule Hinterweil T-Shirts mit dem Schullogo, die Schüler der Klostergarten-Schule wollen das Geld in Theaterkarten investieren. In der Grundschule Gartenstraße soll bald ein Kinderbuchautor aus einem seiner Werke vorlesen. „Die Idee dazu hatten wir schon länger“, sagt die Konrektorin Anna Maria Madirazza-Löhlein. „Allerdings ist so eine Lesung sehr teuer.“ Welcher Autor es werden soll, darüber muss noch entschieden werden. Madirazza-Löhlein könnte sich etwa Manfred Mai vorstellen.

Kinderfest mit mehr als 50 Spielstationen

Nachdem offiziellen Teil stiegen unzählige Luftballons in allen Farben des Regenbogens in den Himmel auf. Dann konnten sich die Kinder an mehr als 50 Spielstationen im Stadion austoben.

Nach diesem Auftakt darf man gespannt sein, was die Biennale noch alles zu bieten hat. Bernd Vöhringer freut sich sehr darauf. „Die Biennale ist unser großes Kulturspektakel“, sagte der Oberbürgermeister. „Es ist ein bürgerschaftliches, gemeinschaftliches Kulturformat – so etwas ist einzigartig.“




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