Küferstraße in Esslingen Genussvoller Bummel beim Erdbeerfest

Nach zweijährigem Fasten steht die Küferstraße wieder im Zeichen der Erdbeere. Foto: /Peter Stotz

Kleiner und neu interpretiert: die Küferstraße hat nach zwei Jahren Corona-Pause eine entspannte Neuauflage ihres Fests gefeiert. Nicht nur die Besucher freuen sich darüber.

Zwar wurde kein roter Teppich ausgerollt, der in der Vergangenheit traditionell zum Fest gehört hat. Auch auf aufwendige Dekorationen wurde dieses Mal verzichtet. Doch die östliche Esslinger Altstadt hat am Samstag gezeigt, welches Potenzial auch ohne den Glamour in ihr steckt. Nach zwei Jahren Corona-Pause haben die Einzelhändler der Küferstraße ihr Erdbeerfest reaktiviert. Etwas kleiner und mit neuer Ausrichtung, ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit und Regionalität, sollte die 25. Auflage über die Bühne gehen. Und eine große Menge an gut gelaunten Besuchern genoss einen entspannten Nachmittag.

 

Erdbeeren – in fester oder flüssiger Form

„Die Atmosphäre in der Straße ist wirklich toll, super besucht und eine wunderbare Stimmung, alles entspannt und fröhlich“, sagte die Buchhändlerin Ulrike Ehrmann am Nachmittag beim Blick von ihrer Ladentür aus in die Küferstraße über die zahlreichen, gut gelaunten Flaneure. Die genossen einen entspannten Tag, bummelten plaudernd durch die Gasse, warfen einen Blick in die Geschäfte, genehmigten sich hier ein Getränk und dort einen Snack, und ließen sich auch durch einen kurzen, aber heftigen Regenschauer nicht weiter stören. Die Läden waren mit kleinen, bunten und oft ausgefallenen Dekorationen geschmückt, drei Bands spielten abwechselnd an verschiedenen Ecken. In der Buchhandlung Provinzbuch signierte die Esslinger Autorin Steffi Werner ihr Bilderbuch „Der Rathaus-Fritz“, schräg gegenüber verkauften die Esslinger Rotarier ihren bewährten Erdbeerkuchen, vor etlichen Geschäften waren Stände etwa mit Bowle und Erdbeer-Daiquiri, Grillwurst, Pizza oder Waffeln aufgebaut. Und nicht zuletzt wurden an mehreren Ständen natürlich Erdbeeren angeboten, frisch und ausschließlich von einem Erzeuger aus Köngen.

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Wie überall herrschte auch in der Esslinger Küferstraße in den vergangenen zwei Jahren eine Festabstinenz, was die Einzelhändler dort allerdings genutzt haben, über eine Reaktivierung ihrer Bemühungen um eine Belebung der östlichen Altstadt nachzudenken. Hinzu kam, dass die Händlergemeinschaft Küferstraße, Blarer- und Ottilienplatz aufgelöst worden ist, die das Erdbeerfest einst ins Leben gerufen und auch die anderen Aktivitäten im Quartier koordiniert hat.

Neuer Gemeinsinn im Straßenzug

„Aber in den vergangenen Jahren kamen neue, kleine und sehr interessante Läden in die Straße“, sagte Ehrmann. Damit habe sich auch „ein neuer Gemeinsinn“ in der Küferstraße entwickelt. „Die Leute identifizieren sich wieder mit der Straße, der Wandel ist spürbar“, stellte sie fest. Hinzu komme die Umwidmung der Ritterstraße in eine Fußgängerzone. „Das ist für uns immens wichtig.“ Für einen Neustart kamen Larissa Banse und Anika Roll, die Inhaberinnen des kleinen Ladens Poppinski, mit ins Boot. „Die Küferstraße war etwas abgehängt vom Geschehen in der Stadt, und das wollen wir ändern“, sagte Roll. Das Erdbeerfest sei gut dafür geeignet, wenn die Ladeninhaber bereit seien, „Tradition neu zu interpretieren“.

Die Neuausrichtung als kleines Straßenfest mit regionalen Angeboten und lokalem Kunsthandwerk sei der richtige Weg, ergänzte Ehrmann. „Um die Innenstadt wieder zu beleben, muss sich jeder ein bisschen vorwärts bewegen.“

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