So sahen angehende Architekten 1972 die Zukunft des Güterbahnhof-Areals. Foto: Roberto Bulgrin
Architekturstudenten haben 1972 vorgeschlagen, die ausgedehnten Gleisanlagen des damaligen Esslinger Güterbahnhofs in den Untergrund zu verlegen und mit Wohnblocks zu überbauen. Ein Modell ihrer nie realisierten Vision ist nun im Stadtmuseum zu sehen.
Alexander Maier
27.04.2025 - 08:00 Uhr
Modelle sind eine wichtige Möglichkeit, architektonische Visionen sichtbar zu machen. Früher wurden städtebauliche Entwürfe vorzugsweise in Holz und Gips visualisiert. Heute werden Entwürfe häufig auch am Computer ins Bild gesetzt, wobei man sich bisweilen wundert, wenn die Realität hinterher mit den Qualitäten der Visualisierung nicht Schritt halten kann. Besonders reizvolle Beispiele für visionäre Architekturmodelle sind in der Ausstellung im Stadtmuseum zu sehen.
Neben einem Modell zum Bebauungsentwurf „Burganlage: Burgaufwertung und Standort Technische Akademie“ aus dem Jahr 1971, der den Esslingern großflächige Terrassenhäuser am Hang unterhalb der Burg empfahl, ist auch ein Modell zu sehen, das zeigt, wie sich eine Stuttgarter Studentengruppe 1972 die Zukunft der Weststadt vorstellte – ein Konzept, das an die Pläne erinnert, die nun mit dem Bahn- und Bauprojekt Stuttgart 21 realisiert werden sollen.
Visionen für die Esslinger Weststadt
Planer empfahlen 1971, den Burgberg mit großflächigen Terrassenhäusern zu bebauen. Foto: privat
Wer heute durch die Esslinger Weststadt geht, muss schon etwas genauer zurückdenken: Wo Wohnblocks und der neue Hochschulstandort das Bild prägen, hatten die angehenden Architektinnen und Architekten damals Gebäudekomplexe empfohlen, die die Esslinger Innenstadt deutlich überragt hätten. Der Clou ihres Konzepts: Die Gleisanlagen des damaligen Güterbahnhofs wollten sie in den Untergrund verlegen, um sie großflächig zu überbauen. Heute sind die Gleisanlagen des Esslinger Güterbahnhofs Geschichte. Doch die Erinnerung an eine kühne Vision ist in dem im Museum gezeigten Architekturmodell lebendig geblieben.