Im Rilling-Areal in Bad Cannstatt sind auch seit einigen Jahren Künstler tätig. Eine der wenigen Verbliebenen verabschiedet sich nun mit ihrem Atelier.

Lokales: Iris Frey (if)

Während nach dem Aus der Sekt-Kellerei Rilling in Bad Cannstatt die Zukunft des in die Jahre gekommenen Gebäudekomplexes noch unklar ist, bröckelt die Künstlerszene dort. Als eine der wenigen, die dort noch sind, verlässt nun auch die Cannstatter Künstlerin Christa Klebor das Areal. Ob hier einmal ein Konzertforum entsteht oder Wohnungen gebaut werden, ist offen. Zuletzt hat die Stadt überlegt, ob sie das Areal kauft.

 

Nach zehn Jahren schließt Klebor das Art-Labor auf dem Rilling-Areal

Indes arbeiten hier nur noch ein paar wenige Künstlerinnen. Mit zu den letzten zählt die Cannstatterin Christa Klebor. Nach zehn intensiven und farbenreichen Jahren schließe das Atelier Art-Labor im Gelände des ehemaligen Rilling Sekts in der Brückenstraße für immer seine Türen, sagt sie. „Es ist die letzte Gelegenheit, das Atelier zu besuchen“, betont Klebor. Es gebe nur noch wenige Künstler dort.

Im Rilling-Areal in Bad Cannstatt gibt es auch Künstler. Foto: LICHTGUT

Am 4. und 5. April lädt die Künstlerin zur Abschiedsausstellung ein. Präsentiert werden Bilder voller Farbe, Licht und Ausdruckskraft, die jedem Raum eine besondere Atmosphäre verleihen. Die Ausstellung ist am Samstag, 4. April und Sonntag, 5. April, jeweils von 13 bis 19 Uhr in der Brückenstraße 8c geöffnet.

Weiterhin Ort für künstlerische Events

Das Areal sei auch weiterhin ein Ort für kurze künstlerische Interventionen, erklärt Tobias Grimminger, Geschäftsführer der Trias Verwaltungs GmbH, der derzeitige Eigentümer. Nach zwei erfolgreichen, große Open Airs mit dem Stuttgarter Kammerorchester, den Stuttgarter Philharmonikern und jungen Bands im vergangenen Jahr sei nun eine Folgeveranstaltung im Juni geplant. Im November 2025 fand das dreitägige Nachtsicht-Festival statt. Zusätzlich wurde das Areal schon von anderen Künstlern genutzt. So etwa auch für Videodrehs.

Drei Stockwerke im Rilling-Areal sind an Künstler vermietet

Aktuell seien drei Stockwerke an Künstlerinnen und Künstler vermietet, so Grimminger. Aufgrund des allgemein desolaten Gebäudezustands des von Trias erworbenen Areals bleibe eine weitere Vermietung ab dem kommenden Winter offen. Der Grund hierfür sei insbesondere die überdimensionierte Öl-Heizzentrale, die wegen Defekten stillgelegt werden musste.

Ein Teil ist als Lagerfläche vermietet

Der Fokus liege jedoch nicht auf dem Vermieten von Ateliers auf kleinteiligen Flächen, vergleichbar einem Atelierhaus, sondern auf der Entwicklung des Areals. „Nachdem die Realisierung des Konzertforums verunmöglicht wurde, laufen aktuell Gespräche mit der Landeshauptstadt zur weiteren (Um-)Nutzung des Areals“, erklärt Grimminger. Ein Teil sei als Lagerfläche vermietet. Die genaue Anzahl der Künstler sei aktuell gar nicht bekannt, weil teilweise Untervermietungsverhältnisse bestünden.