Stadtkind Stuttgart

Künstlerkollektive in Stuttgart Die Vorstadt schlägt zurück

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Mach’s dir selbst: Immer mehr Künstler organisieren sich jenseits etablierter Strukturen. Die StZ stellt Künstlerkollektive aus der Region vor. Den Auftakt macht das Netzwerk Outer Rim, das am Freitag und Samstag im Stuttgarter Club Zollamt das Urban-Art-Festival „Kunst im Club“ veranstaltet.

Kunst im Club versammelt regionale Kunsttalente zwischen Graffiti, Fotokunst, Installation, Aktionskunst und Bildhauerei. Foto: Steinert
Kunst im Club versammelt regionale Kunsttalente zwischen Graffiti, Fotokunst, Installation, Aktionskunst und Bildhauerei. Foto: Steinert

Stuttgart - Auf die Frage, warum sie sich die Organisation eines Urban-Art-Festivals in den Kopf gesetzt hat, sagt Lena Moskwa: „Es muss ja irgendeinen Sinn haben, dass ich so viele Kreative kenne.“ So ein Netzwerk ließe sich auch für manch kreative Anregung, künstlerische Zusammenarbeit oder einfach einen entsprechenden Lifestyle nutzen – zumal, wenn man wie Lena Moskwa Kunsttherapeutin und nebenbei Künstlerin ist. Aber es soll eben auch ein Festival sein. Und voilà, am 3. und 4. August ist es zum zweiten Mal so weit.

Kunst im Club nennt sich das Urban-Art-Festival, es ist das bislang einzige dieser Art in der Landeshauptstadt und versammelt regionale Kunsttalente zwischen Graffiti, Fotokunst, Installation, Aktionskunst und Bildhauerei. Die Liste ist nicht abschließend, denn für Urban Art gibt es keine feste Definition. „Unkommerziell“ sei diese Art von Kunst, sagt Stefan Bubeck, „frei, direkt und ungefiltert. Wenn man es sieht, weiß man, ob es Urban Art ist“.

Abseits von Establishment, Hochkultur und Kunstförderung

Bubeck ist einer von Lena Moskwas Mitstreitern. Der harte Kern, der sich um die Organisation von „Kunst im Club“ kümmert. Outer Rim hat sich die Gruppe genannt, Vorstadt. Und die schlägt jetzt mit alternativer Kunst zurück in einer Stadt, deren allgemein Wahrnehmung sonst vornehmlich „Hochkultur“ kennt, Establishment und den öffentlich geförderten Kunstbetrieb in den großen Häusern.

Urban Art ist auch Lifestyle. Lebenskunst vielleicht, vor allem aber ein großes Mash-Up von Kunst, Design, Musik und dem richtigen Rahmen für das jeweilige Event. Es geht nicht darum, die Kunst in einen weißen Würfel zu stecken. Im Gegenteil: diese Ausdrucksform lebt geradezu davon, im richtigen Kontext stattzufinden.