Künstliche Intelligenz Merkel und Kretschmann geben Startschuss für Ausbau des Cyber Valley

Das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme hat eine Schlüsselrolle bei der weiteren Entwicklung des Cyber Valley in Tübingen Foto: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow
Das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme hat eine Schlüsselrolle bei der weiteren Entwicklung des Cyber Valley in Tübingen Foto: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow

Die Forschung soll künftig noch enger mit der Wirtschaft verknüpft werden. Das Cyber Valley sieht sich als einer der weltweiten Spitzenstandorte für maschinelles Lernen.

Wirtschaft: Ulrich Schreyer (ey)

Tübingen - Bundeskanzlerin Angela Merkel und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann haben in einer virtuellen Veranstaltung den Startschuss für einen weiteren Ausbau des Cyber Valley in Tübingen gegeben. Bei der Zusammenkunft unter dem Titel AI Breakthrough – dieser steht für Durchbruch bei Artificial Intelligence, also Künstlicher Intelligenz – machten beide deutlich, dass das Cyber Valley künftig auf Augenhöhe mit ähnlichen Einrichtungen in den USA und China mitmischen wolle.

Ein Leuchtturm mit Strahlkraft bis in die USA

Künstliche Intelligenz ist eine entscheidende Frage für die Gestaltung der Zukunft“, sagte Kretschmann. „Wir wollen auf diesem Feld nicht nur mitspielen, sondern mitgestalten und mitbestimmen“, erklärte der Ministerpräsident. Das Cyber Valley, das auch einen Standort in Stuttgart hat, sei schon jetzt „ein Leuchtturm, der auch in den USA und China wahrgenommen wird“. Die nächste Stufe bei der Entwicklung des Cyber Valley solle nun „ein Durchbruch von der Forschung zur Anwendung“ werden. Nur wenn auf der Grundlage der Forschung auch starke Unternehmen geschaffen würden, könne Europa künftig im weltweiten Konkurrenzkampf mithalten. „Künstliche Intelligenz im Dienst des Menschen und nicht im Dienst des Staates oder von Monopolkonzernen – das ist unser Ansatz“, erklärte Kretschmann.

Land gibt 13,5 Millionen für den Ausbau

Am Dienstag habe das Land beschlossen, 13,5 Millionen Euro für den weiteren Ausbau des Cyber Valley zur Verfügung zu stellen. Damit wolle der Südwesten seinen Beitrag zu einer Finanzierung zusammen mit dem Bund leisten. Wie stark sich dieser engagiert, ist aber noch nicht endgültig beschlossen. Die Bundeskanzlerin sagte zu, sich für eine möglichst rasche Entscheidung einzusetzen: „Es ist wichtiger denn je, in die Zukunft zu investieren und die Kräfte in Europa zu bündeln.“ Das Cyber Valley gehört auch einem europäischen Forschungsverbund an. Neben Bund und Land beteiligt sich auch die Weinheimer Hector Stiftung mit einem namhaften Beitrag. Diese will die Berufung von Spitzenwissenschaftlern mit bis zu 100 Millionen Euro fördern.

Ein Projekt auch für Europa

Baden-Württemberg hat in das Cyber Valley seit dessen Gründung im Jahr 2016 rund 140 Millionen Euro investiert. Mit dem nun zugesagten Geld für den weiteren Ausbau soll die Anziehungskraft für internationale Talente weiter gesteigert werden. Investiert werden soll etwa in eine höhere Rechnerleistung und Studienmöglichkeiten, ein Start-up Venture Lap und eine Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz und Medizin. „Schon in den vergangenen Jahren haben wir uns daran gemacht, zu einem Motor bei der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz in Europa zu werden“, sagte Bernhard Schöllkopf, der Direktor des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme. Der Ausbau in Tübingen werde ein Eckpfeiler sein, um die Künstliche Intelligenz in Europa voranzubringen, sagte Margrethe Vestager, die Vizepräsidentin der EU-Kommission.

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