Die Kürbisausstellung im Blühenden Barock bietet eine bunte Palette von kulinarischen Produkten in einer speziellen Kürbis-Variante. Das ist oft teuer – aber schmeckt es auch?
Kürbis zum Frühstück, Kürbis zu Mittag und abends noch ein bisschen Kürbis zum Snacken. Klingt eintönig? Ist es überhaupt nicht. Auf der Kürbisausstellung im Blühenden Barock werden an mehreren Ständen diverse Produkte rund um den Kürbis verkauft – von Brotaufstrich über Soßen bis hin zu Tortilla-Chips. Aber wie schmeckt das Ganze eigentlich? Und vor allem: Lohnt sich der oft sehr teure Spaß überhaupt?
Unsere Redaktion hat aus den Kategorien Brotaufstrich, Hauptmahlzeit und Knabberkram je vier Produkte getestet, Preise verglichen und die persönlichen Tops und Flops gekürt.
1. Kürbis zum Frühstück
Kein belegtes Brot mit Schinken, kein belegtes Brot mit Ei, sondern eins mit Fruchtaufstrich Brombeer-Kürbis, Kürbisella Schoko, Fruchtaufstrich Kürbis-Holunderbeere und Honig mit Kürbiskernen.
Hier wird es direkt sehr kurios: Man stelle sich den Geruch einer durchböllerten Silvesternacht vor, dieses sehr spezielle „Raucharoma“. Dann hat man eine ungefähre Vorstellung davon, woran der Geschmack des Schokoaufstrichs Kürbisella entfernt erinnert. Natürlich süß und mit der versprochenen Schokoladen- und Kürbisnote, aber eben sehr speziell. Für die einen eine gelungene Abwechslung, für andere ein Griff in die Tonne.
Deutlich gefälliger ist da der Fruchtaufstrich Brombeer-Kürbis. Sehr schmackhaft, ganz leicht herb und deutlich weniger süß als viele Marmeladen aus dem Supermarkt – wobei der Kürbis insgesamt nur dezent durchkommt.
TOP-Aufstrich: Fruchtaufstrich Kürbis-Holunderbeere von Georg – die Konsistenz ist eher musartig, der Geschmack ist aber sehr lecker, nicht zu süß, mit einer sanften Bitternote, den hohen Kürbisanteil merkt man deutlich – im positiven Sinn.
FLOP-Aufstrich: Honig mit Kürbiskernen von Schnells Kürbiskerne – Wobei „Flop“ in diesem Fall schon sehr hart ist. Es ist ein guter Honig, mit dem man wenig falsch macht. Und wer seinen Honig am liebsten pur genießt, dürfte auch von den Kürbiskernen dezent etwas merken. Auf dem Brot geht dieses Aroma aber komplett verloren, es gibt keinen Unterschied zu handelsüblichem Honig.
2. Kürbis zu Mittag
Auf den Tisch kommen die Linsen-Kürbissuppe indischer Art, die vegane Nudelsoße mit Kürbis und Linsen, passend dazu Kürbis-Nudeln und Kürbis-Ketchup (Curry) zum Dippen.
Der Kürbis-Ketchup sticht besonders dadurch hervor, dass er mit knapp 10 auf 100 Gramm weit weniger Zucker hat als handelsüblicher Tomatenketchup. Da er gleichzeitig eine fruchtige Note mitbringt und der Curry kaum wahrzunehmen ist, bietet er sich durchaus als Ketchup-Alternative für Kinder an – und passt super zu Pommes und Co. Die Nudelsoße dagegen ist durch ihre recht spezielle Würzung sicher nicht für jeden etwas.
TOP zu Mittag: Linsen-Kürbissuppe von Georg – Die Suppe ist recht deftig, aber mit ansprechender Würzung und einer guten Schärfe.
FLOP zu Mittag: Kürbisnudeln von Lärchenhof – Optisch sind die Nudeln ein Hingucker, geschmacklich aber quasi kein Unterschied zu ganz normalen Eiernudeln.
3. Kürbis zum Knabbern
Da hätten wir Tortilla-Chips mit Mais und Kürbis, gebrannte Kürbiskerne in den Geschmacksrichtungen Chili und Schokolade und „Hallo Kürbis“-Schaumzucker.
Den Geschmacksmix süß-scharf muss man natürlich mögen, dann funktionieren die Chili-Kerne durchaus. Positiv überrascht die Schoko-Variante, eine sehr gelungene Kombi.
TOP-Knabberei: Tortilla-Chips von der Jucker Farm – Pur funktionieren die eher schwach gewürzten Tortillas nicht ganz so gut. Mit Dip aber ein echtes Erlebnis, der einzigartig herbe Grundgeschmack ist sehr angenehm und kommt trotz Dip immer gut durch.
FLOP-Knabberei: „Hallo Kürbis“-Schaumzucker von Naschwerk – Ähnlich wie bei den Nudeln: Optisch eine nette Spielerei, ansonsten ganz profaner Schaumzucker.
4. Preisvergleich
Da es sich bei den Kürbisprodukten vielfach um regionale und Bio-Erzeugnisse handelt, die oft nur in begrenzter Stückzahl produziert werden, können die Preise mit denen im Supermarkt natürlich nicht mithalten. Trotzdem gibt es selbst innerhalb der Testkategorien zum Teil große Unterschiede.
Im Schnitt sind die genannten Kürbisprodukte etwa anderthalbmal bis doppelt so teuer wie vergleichbare Produkte im Supermarkt ohne Kürbis – zumindest bei teureren Marken, Bio oder Feinkost. Verglichen mit günstigeren Markenprodukten sind die Kürbisvarianten oft drei- bis viermal so teuer.
TOP Preis-Leistung: Linsen-Kürbissuppe (Georg) und Fruchtaufstrich Brombeer-Kürbis (Hof Löbke) – Die Suppe (1,40 Euro je 100 Gramm) wie auch die Marmelade (2,33 Euro je 100 Gramm) sind nicht nur lecker, sie sind preislich auch gar nicht so weit entfernt von Feinkostprodukten aus dem Supermarkt, die zum Teil selbst bis zu einem Euro beziehungsweise 1,60 Euro je 100 Gramm kosten.
FLOP Preis-Leistung: Kürbisella Schoko (Georg) und Kürbis-Schaumzucker (Naschwerk) – Der Schaumzucker tut sich weder beim Geschmack noch bei den Inhaltsstoffen hervor – und kostet trotzdem mehr als das Sechsfache von vergleichbaren Markenprodukten im Supermarkt.
Der Schokoaufstrich hat da geschmacklich und inhaltlich zwar schon deutlich mehr zu bieten. Diejenigen, die mit dem eigenwilligen Geschmack gar nichts anfangen können, dürften sich über den 100-Gramm-Preis von 5,27 Euro aber ärgern.
5. Fazit
Für einen Großeinkauf ist die Kürbisausstellung sicher nicht die ideale Anlaufstelle. Die Preise bremsen schnell die Shopping-Lust, aber auch die Faszination für die doch sehr spezielle Note vieler Produkte lässt relativ schnell nach. Wer sich selbst oder jemand anderem eine kleine Freude machen und den Herbst kulinarisch mit etwas aufpeppen möchte, macht mit einem kleinen Griff ins Regal auf jeden Fall nichts verkehrt.