Beim Kürbis-Schlachtfest im Blüba zu Ludwigsburg haben es die Besucher auf die Kerne abgesehen.

Herbstzeit ist Schlachtfest-Zeit, auch für riesige Kürbisse, die bereits nationale und internationale Preise gewonnen haben. Und wie es sich gehört für ein Schlachtfest, hat sich eine große bunte zwei- und vierbeinige Kürbisfan-Familie unterhalb des Residenzschlosses versammelt, um beim Kürbis-Schlachten zuzuschauen.

 

Die Schlachter greifen zur Kettensäge

Das sieht man nicht alle Tage, und so gibt es Gesprächsstoff unter den Zuschauern, als drei Prachtexemplare noch komplett auf dem Rasen liegen. „Dazu brauchst du eine Kettensäge“, vermutet eine Dame. Sie behält recht, denn bald schicken sich zwei kräftige Männer an, den ersten Kürbis zu zersägen. Der will allerdings sein Innerstes nicht so ohne weiteres freigeben, deshalb sind weitere Schnitte nötig, um eine überdimensionierte Scheibe herauszubrechen. Orangefarbener Saft spritzt, und die Vordersten hinter der Absperrung bringen sich in Sicherheit. Kein Wunder – die Züchter der Wettbewerbsgewinner hatten verraten, dass Hunderte Liter Wasser vonnöten sind, um solche Riesen ernten zu können. Einer der Helfer zieht beherzt an schleimigen, dicken Fäden aus dem Kürbisinneren. „Die suchen die Kerne“, sagt eine Besucherin zu ihrer Freundin.

Ein anderer stattlicher Speisekürbis wird anbeigekarrt. Bei ihm geht das Zerlegen viel schneller, auch die großen schlüpfrigen Kerne sind sofort zu erkennen. Eine der Helferinnen pult sie aus den Fäden und verteilt sie an Umstehende. Eine ältere Dame zieht glücklich mit einigen Kernen in einer Tüte von dannen. „Die Pflanzen müssen Sie im Sommer aber jeden Tag gießen“, ruft ihr jemand nach. „Kein Problem, dafür habe ich meine Leute“, antwortet sie lachend. Für Besucher mit hungrigen Familienmitgliedern werden große Speisekürbis-Stücke auf Tischen ausgelegt. „Das gibt aber eine Menge Suppe“, staunt ein Mann am Wegrand, als ein älterer Herr mit prall gefülltem „Stuttgart“-Leinenbeutel an ihm vorbeigeht.


Einer schaut etwas betrübt drein

Nur einer schaut ein wenig betrübt drein. Ein Junge hätte nur zu gern einen Kern aus einem der Kürbis-Riesen mit nach Hause genommen. „Die sind für Züchter bestimmt“, erklärt ihm einer der jungen Schlachthelfer. „Von den Kernen kostet einer 100 Euro.“