Das Team hinter der Kürbisausstellung im Blühenden Barock hat sich einiges überlegt, um die Feldhasen davon abzuhalten, die Kürbisse anzuknabbern. Wie hat sich das bewährt?

Ein Glück, dass Feldhasen keine guten Kletterer sind. Der Plan, die Kürbisausstellung im Blühenden Barock vor den gefräßigen Hopplern zu schützen, indem man die leckeren Kürbisse einfach hinter weniger leckeren „versteckt“, ist aufgegangen. In Kombination mit anderen Schutzmaßnahmen konnte das Team der Ausstellung die Fraßschäden um ein Vielfaches verringern.

 

Was war passiert? Auf dem Gelände des Blüba tummeln sich in den Morgen- und Abendstunden öfter mal Feldhasen. Dort fühlen sie sich wohl, es ist ruhig und sicher, das Nahrungsangebot ist groß, und viele Alternativen haben sie in Anbetracht verschwindender Freiflächen auch nicht. Einen besonderen Narren haben die Tiere, im wahrsten Sinne des Wortes, an den Kürbissen der Kürbisausstellung gefressen. Nicht mal eine Woche, nachdem die Ausstellung eröffnet wurde, fanden sich schon die ersten Bissspuren. Zahlreiche Kürbisse mussten in der Folge ausgetauscht werden.

Tierfreundliche Alternativen gesucht

Statt gleich mit Kanonen auf Spatzen – oder in dem Fall Hasen – zu schießen, überlegte sich das Team der Jucker Farm, das die Ausstellung organisiert, Möglichkeiten, die Hasen auf tierfreundliche Art von den Kürbissen wegzulocken und ihnen Alternativen anzubieten.

„Die Außenreihen mit Kürbissen zu bestücken, die weniger beliebt sind, hat sehr viel geholfen“, erzählt Alisa Käfer, Sprecherin der Jucker Farm. „Man hat das vor allem daran gemerkt, dass die Stellen, an denen die ,guten‘ Kürbisse noch außen lagen, weiterhin gut angeknabbert waren“, ergänzt sie schmunzelnd. Am beliebtesten sind übrigens, wie schon in den Vorjahren, die „Blue Hubbards“, die durch ihren hohen Stärkeanteil besonders süßlich schmecken.

Aber können die Hasen nicht einfach über die unbeliebten Kürbisse klettern? „Tatsächlich finden Hasen unebene Böden gar nicht toll“, erklärt Alisa Käfer. „Deshalb kamen unsere Tierpfleger auf die Idee, die Kürbisse auf diese Weise zu schützen.“

Sobald die Tiere merken, dass das Angebot doch nicht so lecker ist wie erwartet, machen sie sich zu den – extra bereitgestellten – alternativen Futterplätzen auf, an denen ein reiches Büfett aus Löwenzahn, Fenchel und viel frischem Grün auf sie wartet. „Diese Plätze sind sehr beliebt.“ Weitere Maßnahmen sind „Duftbarrieren“ aus Gerüchen, die Hasen meiden, und besonders beliebte Kürbisse an höhergelegenen Stellen zu platzieren.

Die Aktion war ein großer Erfolg

Der Erfolg kann sich sehen lassen: „In der ersten Woche mussten wir fünf bis sechs Großkisten an Kürbissen aussortieren, diese Woche war es nur eine halbe“, erzählt Alisa Käfer.

Während das Interesse der Hasen also offenbar nachlässt, ist der Zuspruch der menschlichen Blüba-Besucher ungebrochen, freut sich Alisa Käfer. „Das Thema ‚Großes Kino‘ kommt sehr gut an. Das haben wir jetzt schon von ganz vielen rückgemeldet bekommen. Da findet jeder was für sich.“ Vor allem die interaktiven und vertonten Stationen würden sehr gut angenommen.