Ludwigsburg - Die hart gesottenen unter den Rockfabrik-Gängern und -Fans tun diese Bilder im Herzen weh. Seit dieser Woche stehen ein Bagger und mehrere Container vor dem Gebäude, die Kultdiscothek in der Ludwigsburger Weststadt ist mit einem Gerüst und einem Fangzaun umbaut, Bauarbeiter sind mit teils schwerem Gerät am Dach und an der Fassade beschäftigt. Es ist das endgültige Ende des Rocktempels.
Hochschule zieht in die alte Discothek
Die Verantwortlichen hatten deshalb relativ früh begonnen nach alternativen Standorten zu suchen – bislang allerdings erfolglos. Den Plan, irgendwo eine neue Rockfabrik aufzumachen, haben die Geschäftsführer aber noch nicht aufgegeben, auch wenn sich das Vorhaben derzeit wegen Corona schwierig gestaltet.
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Im vergangenen Juli war bekannt geworden, dass die Hochschule für Verwaltung und Finanzen (HVF) das Gebäude der ehemaligen Rockfabrik mieten wird, um darin eine Außenstelle einzurichten. Deshalb wird das in die Jahre gekommene Bauwerk umfassend ausgebaut. Nach dem Umbau sollen im Erdgeschoss zehn Seminarräume mit im Schnitt rund 70 Quadratmetern und im ersten Obergeschoss 30 Büro-Arbeitsplätze untergebracht werden. Das Land als zuständige Behörde, hatte mit den Erweiterungsplänen der HVF auf den Platzmangel am Campus im Stadtteil Eglosheim, wo auch die Pädagogische Hochschule untergebracht ist, reagiert.
Ehemaliger Rofa-Geschäftsführer meldet sich online zu Wort
Der alten Heimat in Ludwigsburg haben die Anhänger bis zuletzt die Treue gehalten. Immer wieder waren in sozialen Netzwerken Bilder aufgetaucht, die Grabkerzen vor dem Eingang der Rofa zeigten, oder Fans, die ein Bier vor und auf ihre einstige Lieblingsdisco tranken.
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Dementsprechend kochen nun die Emotionen noch einmal hoch. „Tut richtig weh, wenn man das sieht“, schreibt ein Nutzer beispielsweise auf Facebook zu einem Bild vom Abriss. Andere sehen die Situation realistisch. Ein Nutzer meint: Die Rockfabrik hätte die Corona-Zeit ohnehin nicht überstanden. Dementsprechend sei „schon gut, wie alles lief“. Selbst einer der ehemaligen Geschäftsführer meldete sich im Netz zu Wort. „Ach, auf einmal ist Geld da, um die Fassade und das Dach zu richten – ohne Worte“, schreibt der ehemalige Geschäftsführer Wolfgang „Hasche“ Hagemann.