Kultlokal in Herrenberg Das Gasthaus Lamm schließt
Das Gastronomenpaar Mezger schließt seine Gaststube in der Herrenberger Altstadt. Nach 19 Jahren ist Schluss. Stammgäste nehmen emotional Abschied.
Das Gastronomenpaar Mezger schließt seine Gaststube in der Herrenberger Altstadt. Nach 19 Jahren ist Schluss. Stammgäste nehmen emotional Abschied.
Das neue Jahr beginnt in Herrenberg mit einer gastronomischen Institution weniger: Am Silvestertag hat das Wirtepaar Mezger sich mit einem Weißwurstfrühstück von seinen Gästen verabschiedet. Nach 19 Jahren bleibt im Gasthaus Lamm der Zapfhahn zu und die Küche kalt – vorerst. Der Verpächter Peter Holz, der im Nachbarhaus das Weinhaus Alte Brennerei führt, hat zwar noch keinen Nachfolger gefunden, setzt sich aber dafür ein, dass die Tradition des Gasthauses an der Schulstraße nicht endet.
„Es geht auf jeden Fall weiter“, sagt Holz. Im Januar erfolge eine Begehung mit Behörden, bei der es um Themen wie Brandschutz gehe. Solange es keine „gravierenden Auflagen“ gebe, wolle er sich auf die Suche nach einem Wirt machen. Schließlich hängt auch ein Stück seiner Familiengeschichte an dem Ort: Holz’ Großmutter hat das Gasthaus im Herzen der Altstadt viele Jahre geführt, sie selbst hatte es einst von ihrer Schwiegermutter übernommen. Die vergangenen 19 Jahre unter Wolfgang und Allegra Mezger sei das Lokal „Kult“ gewesen, sagt Holz.
Hört man sich bei Gästen um, waren die beiden die Seelen der gemütlichen Fachwerk-Stube mit gutbürgerlichem, schwäbischem Essen – er in der Küche, sie im Service. Ein Abschiedsgespräch über ihre Zeit, in der sie die Herrenberger Gastronomie mitgeprägt haben, möchten sie nicht führen. Sie wollen so still gehen, wie sie gekommen sind, sagen sie an der Türschwelle, und sind dabei sichtbar ergriffen. Der Abschied fällt ihnen schwer.
„All das ist nur möglich gewesen durch die vielen Menschen, die uns in den letzten Jahren umgeben haben, ob als Gäste, Familie, Lieferanten oder Mitarbeiter“, schreiben sie auf ihrem Instagram-Kanal. Und weiter: „Wir sind mit euch gewachsen, und ohne euch wären wir nicht da, wo wir sind.“ Sie würden diesen Lebensabschnitt mit einem weinenden und einem lachenden Auge beenden und seien neugierig auf das, was kommt.
Die Stammgäste sind bei ihren Reaktionen auf Instagram ähnlich emotional. „Das Gasthaus Lamm war etwas Besonderes, etwas Gemütliches, es war immer wie ,nach Hause kommen‘, es hat Menschen miteinander verbunden, es hat immer gut geschmeckt“, schreibt ein ehemaliger Gast. Eine Besucherin ergänzt: „Jedes Mal sind wir nicht nur gefüllt, sondern auch erfüllt nach Hause gegangen. Das Lamm wird immer in bester Erinnerung bleiben.“ Jemand anderes erinnert sich besonders gerne an den „besten Rostbraten überhaupt“ und leckere Ziegenkäsegerichte. „Ihr habt mit eurem Lamm die Menschen dieser Stadt zu Freunden gemacht.“