Kultur am Kelterberg beteiligt sich am Weihnachtsmarkt in Stuttgart-Vaihingen Die neuen Mitglieder zeigen Winterliches und Kurioses

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Mit einer Verkaufsausstellung, offenen Ateliers, einer Tombola und der Präsentation von neuen Migliedern beteiligt sich der Kunstverein Kultur am Kelterberg am Vaihinger Weihnachtsmarkt. Wir haben uns vorab umgeschaut.

Die Tombola-Gewinner können aus diesen und mehr Arbeiten auswählen, die  Vorsitzender Harald Marquardt hier präsentiert. Foto: Sabine Schwieder
Die Tombola-Gewinner können aus diesen und mehr Arbeiten auswählen, die Vorsitzender Harald Marquardt hier präsentiert. Foto: Sabine Schwieder

Vaihingen - Der Kunstverein Kultur am Kelterberg entwickelt sich zu einem Magneten: 19 neue Mitglieder sind im Jahr 2017 hinzugekommen. Zehn von ihnen stellen am Wochenende im Obergeschoss der Alten Kelter einige ihrer Arbeiten aus. Zudem beteiligt sich der Verein mit einer Verkaufsausstellung, offenen Ateliers und einer Tombola nun schon zum zehnten Mal am Vaihinger Weihnachtsmarkt. Zu Gast sind auch Mitglieder der Werkstatt Rosental (Keramische Plastik).

19 Neuzugänge

Unter dem Motto „Der Berg ruft“ gibt es am ersten Adventswochenende in der Alten Kelter Kunst in Hülle und Fülle. Einer der Neuzugänge des Vereins ist der Stuttgarter Graffiti-Künstler Christoph Ganter, auch bekannt unter dem Namen Jeroo. Von ihm stammt unter anderem das große, farbenfrohe Bild an der Unterführung unter der B 27 am Ortseingang vom Fasanenhof. In die Alte Kelter hat er einen in der Art des Jugendstils geschwungenen Schwan und ein abstraktes, eher an Salvador Dalí erinnerndes Bild mitgebracht. In deren Nachbarschaft hängen zwei Acrylbilder der Künstlerin Uli Steven, deren Titel „Ade“ sowohl persönlich als auch politisch gedeutet werden kann. Eine kleine Monotypie von Cornelia Matz „Gesichtslandschaft“ ist leicht zu übersehen, lohnt aber einen genaueren Blick.

Schnee und Kälte

Thematisch dominiert bei dieser Ausstellung der Winter. Der Leinfeldener Hilmar Erath malt vorzugsweise auf Reisen. Er zeigt neben einem Stillleben eine verschneite Landschaft im Bayerischen Wald. Auch Karin Marshalls Aquarelle könnten einem Buch mit Wintermärchen entstammen. Sie hat zudem die Abbildung zweier Babyfüße in Grün beigesteuert. Sabine Nögel, am Kelterberg Dozentin für Aquarellmalerei und eher bekannt für ihre Farbenfreude, hat mit einer dunklen Landschaft und der Darstellung eines kühlen Bahnhofs der kalten Jahreszeit Rechnung getragen.

Ein Schaf aus Filz

Eher hellere, freundliche Farben verwendet dagegen der Sillenbucher Uwe Leonhardt. Der gelernte Grafiker geht gerne spielerisch mit Strukturen und geometrischen Mustern um. Claudia Bonk ist mit der einzigen Skulptur der Ausstellung vertreten. In der Art ihrer Lehrerin, der Kelterberg-Dozentin Birgit Feil, hat sie eine Tänzerin in den Raum gestellt und ihr den hoffnungsfrohen Titel „Man muss das Leben tanzen . . .“ gegeben. Eher skeptisch blickt dagegen das kleine Schaf, das Sandra Fritz aus Filz und Farbe geschaffen hat. Die Künstlerin aus Fellbach wurde 2017 von der Jury des Otto-F.-Scharr-Preises unter anderen mit einer Auszeichnung bedacht. Neben ihren Filzobjekten macht sie durch Kinderporträts und Landschaftsbilder auf sich aufmerksam.

Um den Kopf ein Aquarium

Viel Platz für Interpretationsmöglichkeiten gibt es bei den großformatigen Acrylbildern von Ursula Donn (Traum a II und Traum a III). Eines zeigt eine Frau mit Kopftuch, deren Gesicht von einer Glaskugel umrahmt ist, in der ein Fisch schwimmt. „Was träumt die verschmitzt lächelnde junge Frau wohl?“, mag sich der Betrachter fragen. Beim benachbarten Bild eines jungen Mannes, auch er von einem Aquarium umgeben, gibt der Hintergrund Aufschluss: Er ist in der Art einer Tapete gestaltet und zeigt Comicfiguren und waffentragende Männer. Beides ist nicht ungewöhnlich für Ursula Donn, die sich in ihren Werken vielfach mit dem Thema Gewalt auseinandersetzt.




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