Kultur in Esslingen Galgenstricke starten in neue Saison

Die Esslinger Galgenstricke Erich Koslowski (rechts) und Herbert Häfele blicken in der kommenden Spielzeit in einem neuen Programm auf 35 gemeinsame Jahre auf der Kabarettbühne zurück. Foto: /Gaby Weiß

Zu zweit das „Allerletzte“: Erich Koslowski und Herbert Häfele stehen nach einer längeren Pause wieder gemeinsam auf der Bühne.

Die Sommerpause geht zu Ende, und nach zahlreichen Veranstaltungen unter freiem Himmel zieht es die Kultur wieder zurück in die Säle. Die Esslinger Galgenstricke starten am Wochenende in ihre neue Saison, und neben interessanten Gastspielen und einem kabarettistischen Dauerbrenner darf sich das Publikum auch auf eine Premiere mit alten Bekannten freuen: Nach längerer Pause stehen die Galgenstricke Erich Koslowski und Herbert Häfele wieder gemeinsam auf der Bühne. Für ihr neues Programm „Zu zweit das Allerletzte“ haben die beiden ihre Programme der letzten 35 Jahre gesichtet und sich einen neuen Reim darauf gemacht: „Vor Glück im Zorn am Strick – im Blick nach vorn zurück“.

 

Die Tradition der Esslinger Galgenstricke reicht bis ins Jahr 1976 zurück. 30 Studentinnen und Studenten der damaligen Pädagogischen Hochschule Esslingen machten seinerzeit Theater und Kabarett. Unvergessen ist ihr „Ritter von Zwieblingen“, den sie zum Stadtjubiläum 1977 auf die Bühne brachten. Einige der damaligen Akteure fanden so viel Gefallen am unterhaltsamen Spiel, dass sie zu siebt in wechselnden Besetzungen hauptberuflich weitermachten. Schließlich blieben mit Erich Koslowski, Herbert Häfele und Dieter Trieß drei Galgenstricke übrig, die 1985 in der Webergasse 9 ihr eigenes Theater eröffneten, das inzwischen zu den besten Adressen der Esslinger Kultur gehört.

Dieter Trieß hat sich nach einigen Jahren verabschiedet, doch seine beiden Kollegen blieben bis heute an Bord. „Ein Autorenkabarett-Ensemble 35 Jahre zu zweit zusammen auf eigenen Brettern – das dürfte in Deutschland einmalig sein“, findet Erich Koslowski. Auch wenn die Galgenstricke wie gewohnt ihr gemeinsames Markenzeichen sind, haben Häfele und er in den letzten Jahren unterschiedliche Akzente gesetzt: „Seit einiger Zeit spiele ich saumäßig gern Solo-Kabarett-Programme, während sich Herbert freut, für Kiddies und auch für Erwachsene Lieder-Programme zusammen mit Sergio Vesely anzubieten“, erklärt Erich Koslowski, der das Profil des Kleinkunsttheaters in der Webergasse so skizziert: „Das Kabarett der Galgenstricke präsentiert eigene Kabarett-Programme von mir solo und in wechselnden neuen Besetzungen, wie gewohnt aber auch Kleinkunst-Gastspiele von Kolleginnen und Kollegen.“

Am 30. November ist im Galgenstricke-Keller Premiere

Auf das Galgenstricke-Duo braucht das Publikum in nächster Zeit aber auch nicht zu verzichten: „Wir haben unsere alten Programme angeguckt und herrlich gelacht, gequietscht und gestaunt“, sagt Erich Koslowski. „Und auch darüber machen wir was. Ein ‚Best of‘ über dreieinhalb Jahrzehnte Kabarett ist Quatsch, weil Kabarett immer dem, was gerade passiert, verpflichtet ist. Und wir dachten uns: Was die Leute 1987 oder 1994 vom Stuhl gehauen hat, lockt heute niemanden mehr. Oder vielleicht doch? Lassen wir uns überraschen ... zum Auslachen in den Keller“.

Das neue Programm von Erich Koslowski und Herbert Häfele „Zu zweit das Allerletzte“ feiert am 30. November im Galgenstricke-Keller Premiere. Bis dahin ist dort aber schon allerhand geboten: Koslowski eröffnet die Herbstsaison an diesem Sonntag, 17. September, um 18 Uhr mit seinem Soloprogramm, dem Dauerbrenner „Bettnäss-Wellness – Frisch gewickelt“, das er in den kommenden Wochen immer wieder im Kleinkunstkeller in der Webergasse 9 spielen wird. Und natürlich wird es auch ein Wiedersehen mit vielen vertrauten Gesichtern aus der Welt des Kabaretts geben – die Gästeliste reicht von Mademoiselle Mirabelle, den DooWop-Mädla über Bruno Schollenbruch, den Link Michel und Maria Vollmer bis hin zu Reiner Kröhnert und den Sisters of Comedy.

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