Stuttgarts erste Pop-up-Bibliothek soll im ersten Halbjahr 2023 in Hedelfingen öffnen. Die Außenstelle der Stadtbibliothek wird in die ehemaligen Räume der BW Bank einziehen.

Bücher, Spiele und andere Medien statt Banknoten und Kontoauszüge - noch im ersten Halbjahr 2023 erhält die ehemalige Filiale der BW Bank an der Amstetter Straße eine neue Bestimmung: Am Ortseingang von Hedelfingen soll Stuttgarts erste Pop-up-Bibliothek eingerichtet werden. Bislang werden Hedelfingens Leseratten durch die Fahrbibliothek bedient. Nur samstags. Der Bücherbus macht knapp zwei Stunden am Rathaus Station – wenn der Stellplatz nicht von Personenwagen zugeparkt wird.

Die nächstgelegenen Außenstellen der Stadtbibliothek liegen in Untertürkheim und Stuttgart-Ost. Gerade für junge Leserinnen und Leser ist der Weg zu weit. Ähnlich ergeht es Kindern in Wangen, Obertürkheim oder Birkach. Deswegen sucht Katinka Emminger, die Direktorin der Stadtbibliothek, nach geeigneten Standorten für die Außenstellen. In Hedelfingen bietet sich jetzt eine Chance. Die ehemaligen Geschäftsräume der BW Bank stehen leer. „Wir haben einen Antrag auf Nutzungsänderung beim Baurechtsamt eingereicht. Sobald wir die Genehmigung erhalten, können wir loslegen. Regale stehen bereit, den neuen Bücherbestand bauen wir gerade auf“, sagt Emminger. Für die Anschaffung der Bücher und Medien hat der Gemeinderat 15 000 Euro lockergemacht. Emminger hofft, dass die neue Außenstelle im ersten Halbjahr 2023 eröffnet werden kann.

Pilotprojekt für andere Stadtbezirke

Hedelfingen spielt dann eine Vorreiterrolle. Das von den Stadtbibliothek-Mitarbeiterinnen Saskia Meinwald und Anamika Wälde ausgearbeitete Konzept könnte als Blaupause für weitere Bibliotheken in den Außenbezirken dienen. Sie wollen das „Hauptaugenmerk mit einem kleinen, aber feinen Medienangebot“ auf Kinder und Jugendliche legen. „Wir werden aber Erwachsene und speziell Senioren nicht aus den Augen verlieren“, sagt Wälde. Die Pop-up-Bibliothek soll ein Ort der Partizipation für ein generationenübergreifendes Miteinander sein.

In den kommenden Monaten wollen die beiden Kontakte mit Kindereinrichtungen, Vereinen, Schulen und der Begegnungsstätte knüpfen und beispielsweise mit einem E-Lastenfahrrad zu Vorlesestunden in Kitas kommen. Gesucht wird zudem ein Name für das Maskottchen der Pop-up-Bibliothek. Die Leser sollen mitentscheiden.

Die Pop-up-Bibliothek dient als Übergangsvariante. Schließlich ist die Stadtteilbibliothek als fester Bestandteil der künftigen Multifunktionshalle eingeplant, die die alte Turn- und Versammlungshalle in der Hedelfinger Straße ersetzen soll. In Münster haben alle Beteiligten mit dieser Kooperation gute Erfahrungen gesammelt. „Erste Entwürfe werden noch dieses Jahr vorgestellt. Mitte Dezember soll der Vorprojektbeschluss gefasst werden“, sagt Bezirksvorsteher Kai Freier. Dieser ist die Voraussetzung für detaillierte Planungen.