Diese Kulisse in der Herrenberger Altstadt ist besonders: Bei der Veranstaltungsreihe „Sommerfarben“ wird sie nicht nur einmal bespielt. Foto: Eibner-Pressefoto
Von Juni bis September jagt ein kultureller Höhepunkt den nächsten beim 26. Kultursommer. Dabei feiern die Herrenberger Bühne und das Orchester der Stadt 50-jähriges Bestehen.
Käthe Ruess
30.05.2026 - 11:03 Uhr
Kunst, Musik, Theater und Begegnung – die große Vielfalt zeichnet auch in diesem Jahr das Programm der Herrenberger „Sommerfarben“ aus. Ab Juni locken erneut über 30 Veranstaltungen Kulturinteressierte in die Gäustadt.
„Ich liebe Herrenberg im Allgemeinen, aber im Sommer liebe ich Herrenberg noch einmal mehr – denn von Juni bis in den Spätsommer gibt es eigentlich kein Wochenende, an dem nichts geboten ist“, sagt Oberbürgermeister Nico Reith bei der Vorstellung des Programms. In diesem Jahr steigt der Kultursommer bereits zum 26. Mal. Seit 2022 trägt die Veranstaltungsreihe den Namenszusatz „goes local“, um aufzuzeigen, wie viele engagierte Kulturschaffende, Vereine und Institutionen das kulturelle Leben in der Gäustadt bereichern, erläutert Ulrike Kuder vom städtischen Amt für Wirtschaftsförderung und Kultur.
Jubiläumskonzert am 28. Juni in der Stadthalle
Mit der Herrenberger Bühne und dem Orchester der Stadt feiern gleich zwei dieser Institution in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen als Teil der Sommerfarben – wenn auch nicht genau am Geburtsdatum, den sie sogar teilen. Denn beide debütierten mit einer dreieinhalbstündigen Doppelveranstaltung am 18. September 1976 gemeinsam in der Theodor-Schüz-Realschule. Gespielt wurde damals zugunsten der Herrenberger Stiftskirche, die bis 1982 für fast zehn Jahre wegen des instabilen Untergrunds, auf dem sie steht, umfassend gesichert und saniert werden musste.
Beim Jubiläumskonzert des Stadtorchesters, das am 28. Juni um 18 Uhr in der Stadthalle stattfindet, spielen die Musikerinnen und Musiker Bekanntes aus den vergangenen fünf Jahrzehnten der Orchesterhistorie, berichtet der Vorsitzende Wolfgang Welte. So sind neben der Akademischen Festouvertüre von Johannes Brahms unter anderem auch Beethovens Gratulationsmenuett und der Can-Can aus Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach Teil des Programms.
Auch das Ensemble der Herrenberger Bühne hat sich zu ihrem runden Geburtstag etwas überlegt: Es führt mit „Pantalones Hochzeit“ jenes Theaterstück auf, mit dem vor 50 Jahren alles begann. Seitdem hätte die Theatergruppe dieses Commedia dell’arte-Stück nicht gespielt, berichtet Sabine Bethge, die 2008 die Leitung von ihrer Mutter Angelika übernommen hat, die gemeinsam mit ihrem Mann Peter zu den Gründungsmitgliedern gehört. Dieser steht immer noch auf der Bühne. Premiere ist am 12. Juli um 20 Uhr auf dem Herrenberger Marktplatz.
Altstadt wird zur Freiluftgalerie
Dieses Ereignis ist nicht der einzige Höhepunkt, den der Juli zu bieten hat. Los geht es am 4. Juli, wenn sich bei der 44. Straßengalerie die Altstadtgassen erneut in eine Freiluftgalerie verwandelt und parallel dazu der Kunsthandwerkermarkt am Nufringer Tor stattfindet. Zudem gibt es an diesem Tag um 17 Uhr auch ein Glockenkonzert zu Ehren des Kirchenlieddichters Paul Gerhardt, dessen Todestag sich 2026 zum 350sten Mal jährt. Weiteres Highlight ist die Tribute-Show „Simply Tina“, bei der am 10. Juli ab 20 Uhr Klassiker wie „Simply the Best“ oder „Private Dancer“ auf der Sommerfarben-Bühne auf dem Marktplatz erklingen.
Am 11. Juli füllen sich die Herrenberger Altstadtgassen den ganzen Tag über mit Musik – vormittags lockt der Musikschultag mit 28 Nachwuchsensembles an sechs Standorten Musikinteressierte an, nachmittags bringen dann knapp 20 Straßenmusikerinnen und -musiker die Stadt zum Klingen. Am Wochenende darauf steht die Altstadt dann ganz im Zeichen des Stadtfestes von Freitag, 17. Juli, bis Sonntag, 19. Juli. In der Woche darauf, ab dem 23. Juli startet dann die 32. Auflage des Sommernachtskinos auf dem Schlossberg.
Strandsommer lädt zum Relaxen ein
Am 25. Juli und tags darauf bringen in der Stiftskirche deren Kantorei und Collegium musicum das Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy jeweils ab 18 Uhr zur Aufführung. Ab diesem Datum holt außerdem die Stadt erneut den Strand in das Herz der Altstadt. Bis zum 13. September lädt der Strandsommer zum Relaxen auf dem Marktplatz ein, aber auch mit einem bunten Kulturprogramm.
Eine Übersicht über das Gesamt-Programm, zu dem auch Veranstaltungen des Herrenberger Mauerwerks, der VHS, der Stadtbibliothek, des Jugendhauses sowie evangelischer und katholische Kirche gehören, gibt es online unter www.sommerfarben.de und als gedrucktes Programmheft, das an vielen öffentlichen Stellen in Herrenberg ausliegt.