Kultur in Stuttgart-Ost Das Theater La Lune sucht eine neue Bleibe

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Der Mietvertrag für das kleinste Theater Stuttgarts wurde wegen Eigenbedarf zum 1. Juni 2020 gekündigt. So lange läuft alles wie gewohnt weiter.

Bis Mai 2020 darf das Theater La Lune noch in dem denkmalgeschützten Haus an der Haußmannstraße bleiben. Foto: Jürgen Brand
Bis Mai 2020 darf das Theater La Lune noch in dem denkmalgeschützten Haus an der Haußmannstraße bleiben. Foto: Jürgen Brand

S-Ost - Zunächst war es ein Schock: Plötzlich lag im Briefkasten von Julianna Herzberg, der Gründerin des gerade erst ausgezeichneten Theater La Lune, ein Schreiben des Anwalts ihrer Vermieter. Darin wird ihr der Mietvertrag für die Theaterräume an der Haußmannstraße zum 1. Juni 2020 wegen Eigenbedarf gekündigt – ganz ohne Vorankündigung. „Sie wollen die Räume wieder selbst nutzen“, sagt Julianna Herzberg.

Einerseits ist sie enttäuscht, weil die Kündigung gleich per Anwaltsschreiben kam, wenig später gefolgt von einer Abmahnung, weil sie vor den Theatervorführungen Suppe anbietet. Andererseits sagt sie aber auch: „Es ist für mich wie eine Befreiung.“ Nach etlichen Jahren der Selbstausbeutung, in denen sie sich wiederholt selbst an ihre Grenzen brachte, sieht sie die Kündigung auch als Chance auf etwas Neues im kommenden Jahr. „Es wäre schön, wenn wir wieder etwas im Osten finden würden“, sagt sie und hat bereits mit der Suche begonnen. In ein mögliches neues Theater La Lune sollten nach ihren Vorstellungen idealerweise 60 statt der bisher nur möglichen 40 Zuschauer passen. Hohe Decken ab einer Raumhöhe von vier Metern wären ideal, müssen aber nicht unbedingt sein. Auch die Möglichkeit für eine wie auch immer ausgestaltete Gastronomie – die Suppen gehören längst zum Markenzeichen des La Lune – wäre schön, muss aber ebenfalls nicht sein. Und die Miete sollte natürlich bezahlbar sein.

Etwas mehr als ein Jahr und einen Monat bleiben Julianna Herzberg und dem Trägerverein des von der Stadt Stuttgart geförderten Theaters, um eine neue Bleibe zu finden. Bis dahin gilt: „Wir machen weiter wie bisher.“ Am Mittwoch, 24. April, steht „Marthe & Mathilde“ nach der biografischen Erzählung von Pascale Hugues auf dem Spielplan (20 Uhr, dazu gibt es französische Gemüsesuppe mit frischem Pesto), am 3. und 4. Mai gibt Philippe Huguet mit „Bleu-Blancs-Blues“ zwei Gastspiele (20 Uhr, dazu gibt es Potage Crézy mit Kräutercroûtons).

Wer Karten reservieren oder auch neue Räume für das Theater anbieten will, kann sich per E-Mail an theaterlalune­stuttgart@gmail.com oder per Telefon unter der Nummer 0177 / 23 82 888 direkt an Julianna Herzberg wenden (www.theaterlalunestuttgart.de).

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