Kultur in Stuttgart Stadträte wollen bei Wagenhallen mitreden

Von Jörg Nauke 

CDU, Freie Wähler und SPD im Gemeinderat hat das Vorpreschen der Rathausspitze beim Thema Wagenhallen nicht gefallen. Die Kulturstätte soll zwar erhalten werden, doch das Thema müsse in der Haushaltsberatungen geklärt werden, lautet die Forderung.

Die Sanierung der Wagenhallen ist gewünscht – aber teuer. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Die Sanierung der Wagenhallen ist gewünscht – aber teuer. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Das Vorpreschen der Rathausspitze in der Entscheidung um die auf mindestens 30 Millionen Euro geschätzte Sanierung der alten Wagenhallen im Nordbahnhof hat bei einzelnen Fraktionen und auch in der Verwaltung für Verärgerung gesorgt. In einer Pressemitteilung erweckte OB Fritz Kuhn den Eindruck, er habe mit den Kollegen Michael Föll (Finanzen) und Susanne Eisenmann (Kultur) im Alleingang einen endgültigen Sachbeschluss gefasst und danach die Fraktionen darüber in Kenntnis gesetzt.

„So geht es gar nicht“, ärgerte sich etwa CDU-Chef Alexander Kotz. Das werde er Kuhn in der nächsten Ältestenratssitzung zu verstehen geben. Die Kritik am Vorgehen sei unabhängig vom Sanierungswunsch zu sehen, den die CDU-Fraktion unterstütze. Daran habe sich seit der Entscheidung in den Etatberatungen 2014/2015 nichts geändert. Damals waren 5,5 Millionen Euro bereit gestellt worden. Damit kommt man aber nicht weiter.

Eine Schule als Lärmschutzriegel?

Der Plan, noch vor der Sommerpause eine Grundsatzentscheidung zu treffen, sei „unumgänglich, um eine kurzfristige Schließung zu vermeiden“. In der Zeit bis zu den Haushaltsberatungen, in denen die Finanzierung gesichert würde, könnte ein „belastbarer“ Verwaltungsvorschlag erarbeitet werden. Die Union unterstützt auch den Umzug der Hoppenlauschule vom Westen an den Nordbahnhof samt Neubau für 60 Millionen Euro als Lärmschutz für die im benachbarten Rosensteinviertel geplante Wohnbebauung. Auch eine unter dem Schulneubau liegende Tiefgarage für bis zu 250 Fahrzeuge wird von der der CDU unterstützt. Dieses Quartier soll gemeinsam mit den Bürgern entwickelt werden, ein Beteiligungsverfahren wird derzeit vorbereitet. Es sei deshalb „nicht die reine Lehre“, eine Vorgabe in Form eines mächtigen Gebäuderiegels zu machen. Weil aber am heutigen Standort der Schule Wohnungsbau möglich sei, könne man diese Kröte schlucken, sagt Kotz.

„Wir sind erstaunt, dass sich die Stadtspitze so positiv zu einem so großen Projekt äußert“, erklärte Jürgen Zeeb von den Freien Wählern. Die Altlastensanierung könnte die Kosten in die Höhe treiben. Außerdem könnten dann im Rosensteinviertel weniger Wohnungen gebaut werden, weil ein Gebäuderiegel (Hoppenlauschule) für den Lärmschutz nötig würde.


Die von der Rathausspitze favorisierte Variante mit Lärmriegel (klicken Sie auf die Karte für eine größere Ansicht)

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