Kultur-Lockdown II: Konzertagentur Russ Michael Russ: Fehlende Perspektive

Michael Russ Foto: Leif Piechowski
Michael Russ Foto: Leif Piechowski

Zum zweiten Mal im Corona-Jahr 2020 bleiben die Türen der Kulturinstitutionen geschlossen – jetzt wurde die Schließung bis mindestens zum 20. Dezember verlängert. So fasst der Senior-Geschäftsführer der Konzertagentur Russ die Situation für seine Firma zusammen.

Kultur: Susanne Benda (ben)

Stuttgart - „Wir sind“, sagt Michael Russ, „in derselben Lage wie vorher, haben nach wie vor keine Planungssicherheit.“ Wegen der kurzfristigen Entscheidungen der Politik sei es „ausgeschlossen, Musiker und Ensembles bei der Stange zu halten“. Seine Kernfrage:„Warum ist die Politik nicht in der Lage, ein festes Datum des Wiederbeginns zu nennen?“ In einer Situation, in der „immer nur scheibchenweise die nächsten Maßnahmen verkündet“ würden, fehle seinem Unternehmen die Perspektive. Intern hat Russ gemeinsam mit seiner Tochter Michaela beschlossen, dass die Konzertagentur vor dem 15. Januar keine Veranstaltungen organisieren und ankündigen wird. Man habe allerdings große Sorgen, dass Konzertbesucher, die eigentlich kommen wollten, „durch die ständigen Warnungen Ängste entwickeln und sich einen Konzertbesuch nicht zutrauen“. Die Überbrückungshilfen habe er teils erhalten, teils erst beantragt – „ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin“. Das Programm „Neustart Kultur“ sei allerdings „das Allerletzte, das haben wir im September beantragt, aber bis heute noch nicht einmal eine Nachricht erhalten.“ Das Formular für die Novemberhilfen stehe seit Mittwoch im Internet; den Antrag will die SKS Russ so bald wie möglich stellen.




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