Kultur und Architektur in Bad Cannstatt Kunst aus Luft auf dem Kaufhof-Areal

Solche Kunst aus Luft wird auf dem Kaufhof-Areal zu sehen sein: Hier ein pneumatisches Werk von Kestutis Svirnelis. Foto: Kestutis Svirnelis

Im September findet auf und an der Baugrube im Herzen Bad Cannstatts ein Festival unter dem Titel „Current – Kunst und urbaner Raum“ statt. Die Projektleiterin Laura Bernhardt erklärt, welche Idee dahinter steckt.

Lokales: Iris Frey (if)

Das Projekts „Current – Kunst und urbaner Raum“ sei ein transdisziplinäres Festival für künstlerische Praktiken und Formen, sagt dessen Leiterin Laura Bernhardt. handelt. Es gehe um die Themen Stadtentwicklung, -gesellschaft und Architektur. Das Festival soll diskutieren, welche neuen Förderstrukturen es braucht. Ausgangspunkt war, dass die Stadt Stuttgart das Programm „Kunst am Bau“ vor rund 30 Jahren eingestellt habe. Nun sollen in Bad Cannstatt zeitgenössische, künstlerische und kulturelle Praktiken aktiviert werden und Impulse für die Stadtgesellschaft geben. Kunst soll in städtische Transformationsprozesse integriert werden, der öffentliche Raum Möglichkeiten des Austauschs und Experiments bieten.

 

Fünf Künstler und Künstlerkollektive zeigen ihre Positionen

Fünf Künstler und -kollektive zeigen vom 14. bis 24. September am und im Kaufhof-Areal unter dem Motto „Unruhe bewahren“ ihre Positionen: allapopp, Comododo (TinTin Patrone & Toben Piel mit Martina Wegener & Frédéric Ehlers), Lucia Graf, Kestutis Svirnelis und SONDER (Peter Behrbohm & Anton Steenbock). Auf der Baustelle entwickelt der Künstler Kestutis Svirnelis seine Arbeit. Sie besteht aus mehreren großformatigen mit Luft gefüllten, Objekten. Die Bauzäune werden an manchen Stellen geöffnet und ermöglichen Blicke ins Innere der Baugrube. Die Objekte werden teilweise über die Umzäunung ragen. Die Baugrube wird nur von außen einzusehen sein. „Es bleibt spannend, wie das Kunstwerk dort installiert wird“, sagt Bernhardt, die auch schon neugierig ist auf die Reaktionen der Besucher. Die
gebürtige Stuttgarterin arbeitet als Kuratorin, Künstlerin und Designerin in Berlin und Stuttgart. Ein Fokus ist die Verbindung von Kunst und Kultur mit Stadtentwicklung und Architektur. Sie hat in Boston und Cambridge studiert und 2020 das Festival „Current -Kunst und urbaner Raum“ gegründet, dessen künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin sie ist. Sie arbeitet mit internationalen Künstlern und Architekten, Kuratoren und Institutionen zusammen.

Zudem gibt es ein zweitägiges Symposium am 22. und 23. September, bei dem sich Künstler und Theoretiker mit Kunst, Architektur und Stadtentwicklung auseinandersetzen. Etwa 20 Kooperationspartner, bestehend aus Initiativen, Institutionen und Vereinen, gestalten das Programm mit. Es wird ad-hoc Interventionen, raumgreifende Installationen geben, Pop-Up-Stores und AR-Installationen bis hin zu Workshops und Spaziergängen. Unter anderem wird das Kulturkabinett (KKT) das Projekt „Cannstatt erzählt“ anbieten, bei dem Cannstatter in Live-Interviews in der Marktstraße für eine Dokumentation am 16. September von 10 bis 15 Uhr ihre Geschichte erzählen. Dabei entstehen Videos.

Thematisch geht es um den Wandel der Innenstadt

„Thematisch bewegen uns Wandel der Innenstädte, Arbeitsbedingungen, queer-feministische Perspektiven, aber auch Täuschungen, Störungen oder das Übermächtige. Die künstlerischen Arbeiten sind alle ortsspezifisch und werden für das Festival entwickelt“, erklärt Bernhardt. „Das Programm ist, wie Bad Cannstatt selbst, eine lebendige Mischung, mit Begegnungen und Austausch, aber auch mit Gegensätzen und Widersprüchen“, sagt die 43-jährige Projektleiterin.

Ein Team an Kuratoren hat die Künstler ausgesucht. Mit dabei Laura Bernhardt, Clair Bötschi, Luisa Danaylov, Natalia Sartori und Nora Unger. Es sollten unterschiedliche künstlerische Arbeitsweisen und Hintergründe einbezogen werden. Das Projekt wird im Rahmen des neuen Programms für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Stuttgart gefördert, aber auch vom Land, durch Stiftungen und private Sponsoren. Erstmals gab es das Projekt im September 2021 am Nordbahnhof bis zur Oper in Stuttgart. Jetzt ist Bad Cannstatt dran. Weitere Infos unter www.current-stuttgart.de.

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