So manches erhaltenswerte Detail erschließt sich dem Laien nicht unbedingt. Es sind nicht nur die Pissoirs, sondern beispielsweise auch die kittlose Verglasung der Fensterbänder, die eine Esslinger Sonderlösung der Firma Eberspächer darstellen, oder die Tribüne samt Sprecherkabine und nicht zuletzt der Schriftzug über dem Haupteingang. Bekannt ist die Schelztorhalle aber vor allem wegen ihrer gezackten Silhouette, die ihr das sogenannte Sheddach beschert.
„Sperrung jederzeit möglich“
An einer Generalsanierung der zweigeschossigen Halle mit Platz für bis zu 900 Besucher führt kein Weg vorbei. Vor allem die Dachkonstruktion ist marode und hat bei Starkregen zuletzt oft nicht dichtgehalten. Jährlich wird die Statik kontrolliert. „Es könnte jederzeit zu einer Sperrung kommen“, warnte Rainer Sorg vom Eigenbetrieb Städtische Gebäude (SGE). Das hätte gravierende Folgen für Sportvereine und Schulen, die auf die Halle angewiesen sind.
Umkleiden und zusätzliche Trainingsräume im Untergeschoss
Die Sanierungskosten insgesamt werden sich auf mindestens 13, 4 Millionen Euro belaufen. Zu dem Ergebnis kommt nun die Machbarkeitsstudie, die im gemeinsam tagenden Sport-und Betriebssauschuss vorgestellt wurde. Miteingerechnet ist die Aktivierung des Untergeschosses. „Hier gibt es das meiste Potenzial für eine Weiterentwicklung der Halle“, betonte der technische Abteilungsleiter. So soll die ehemalige öffentliche Toilette im Untergeschoss für Veranstaltungen wieder nutzbar gemacht werden. Ein direkter Zugang über die außen liegende Treppenanlage als öffentliches WC ist der Studie zufolge nicht mehr vorgesehen. Sie soll vielmehr als Rettungsweg für die Aufenthaltsräume dienen, die im Untergeschoss neu entstehen sollen. Möglich sind etwa zwei Trainingsräume und weitere Umkleiden. Fest eingeplant ist beim südlichen Umkleidetrakt ein behindertengerechtes WC. Vorgesehen ist auch eine Teilbarkeit der Halle, die einen Parallelbetrieb zulässt. „Das war ein wichtiger Wunsch der Nutzer“, so Sorg.
Lastenerhöhung beim Dach
In drei Varianten wurde in der Machbarkeitsstudie die Ertüchtigung der Dachkonstruktion untersucht. Wobei die dritte, eine Art Nachbau der alten Konstruktion, gleich wieder verworfen wurde, weil damit die Denkmaleigenschaften wegfallen würden. Die verbleibenden Möglichkeiten unterscheiden sich darin, dass bei Variante zwei im Zuge der Sanierung eine Lastenerhöhung der Konstruktion geschaffen wird. Die wäre etwa bei einer dickeren Dämmung oder Isolierverglasung notwendig. Diese Option ist mit rund 16, 7 Millionen Euro aber auch teurer. Die SGE favorisiert eine Lösung, bei der beide Varianten kombiniert werden. Diese Idee kann sie weiterverfolgen, nachdem die Ausschüsse am Montag zugestimmt haben, dass die Entwurfsplanung beauftragt werden kann. Die Verwaltung kündigte an, sich um Zuschüsse zu bemühen.
Sonnenenergie nutzen
Die Generalsanierung, deren Abschluss für 2027 anvisiert ist, soll auch die energetische Effizienz der Halle und den Anteil regenerativer Energien erhöhen. Auch hier setzt die Denkmalpflege teilweise Grenzen, etwa bei der Dicke der Dämmung. Möglich ist aber eine Photovoltaikanlage auf dem Tribünen- und Flachdach. Auch die Dampfheizung, deren veraltete Technik in schlechten Zustand ist, soll ersetzt werden. Für die Grundlast könnte eine Wärmepumpe oder ein Blockheizkraftwerk zum Einsatz kommen.
Auch bei der Energieeffizienz redet das Denkmalamt mit
Das Sanierungskonzept sieht zudem ein modernes, energieeffizientes Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung vor. Wo das Gerät stehen könnte, ohne bei den Denkmalschützern anzuecken, steht aber wie vieles andere noch nicht fest. „Weitere Details müssen geprüft werden, in einer Machbarkeitsstudie war das noch nicht möglich“, sagte der SGE-Chef Oliver Wannek. Entsprechend verändere sich später die mögliche Einsparung beim Verbrauch. Derzeit ist in der Sitzungsvorlage von bis zu 35 Prozent die Rede. Die Bereitschaft für eine weite Auslegung ihrer Vorgaben sei laut Rainer Sorg beim Denkmalamt vorhanden. Die Sheddach-Verglasung der prägnanten Oberlichtbänder wird wohl nicht zuletzt auch aus Sicherheitsgründen ausgetauscht werden, auch wenn die Denkmalpfleger sie lieber erhalten würden.
Gemeinderat entscheidet wohl am 24. Juli
Dass die Schelztorhalle ein unverzichtbares Projekt für Esslingen ist, darüber waren sich alle Ratsfraktionen einig. Die SPD enthielt sich aber bei der Abstimmung. Man wolle die Pläne fraktionsintern diskutieren, bevor das Thema bei der Gemeinderatssitzung am 24. Juli wieder auf der Agenda ist.