Kulturgeschichte der verrufenen Geste Info: Das droht beim Stinkefinger

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Ordnungshüter

Das deutsche Gesetz kennt keine Gnade. Wer einem anderen den Stinkefinger zeigt, erfüllt nach Paragraf 185 des Strafgesetzbuches (StGB) den Tatbestand der Beleidigung. Weist der Kläger eine schwerwiegende Persönlichkeitsverletzung nach, können vor Gericht 600 bis 4000 Euro fällig werden. Einem Polizisten derart seinen Unmut und seine Empörung entgegenzuschmettern, sollte man tunlichst lassen, weil eine Anklage reine Formsache ist.

Blitzer

Radarfallen sind für notorische Temposünder eine echte Zumutung. Kein Wunder, dass mancher Auto oder Motorradfahrer beim Blitzen nicht an sich halten kann und die Videokamera mit einer „obszönen Geste der Missachtung“ straft. Solche spontane Gefühlsentladung sollte man besser lassen, weil auch sie als Beleidigung durchgeht.

Arbeitsplatz

Das Arbeitsleben ist kein Ponyhof, weshalb einem schon mal der Finger entgleiten kann. Geschieht das gegenüber dem Chef, kann dies den Job kosten. Also lieber den Ärger in sich reinfressen und zu Hause vor dem Spiegel den Stinkefinger rauslassen.

Nachbarschaft

Um der ungeliebten Nachbarschaft eins überzubraten und Stinkefinger-Sticker am Auto oder Briefkasten aufzukleben oder als Pappschild bei Demos rum zu tragen, ist nicht strafbar. Wer allerdings seinen Nachbar nachweislich ärgern will und einen Gartenzwerg mit Stinkefinger unmissverständlich an der Gartengrenze postiert, muss mit einer Beleidigungsklage rechnen.




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