Kulturinsel in Bad Cannstatt Gemüseeinkauf mal anders

Von Claudia Leihenseder 

Die Bad Cannstatter Marktschwärmerei bei der Kulturinsel soll Internetshopper und regionale Erzeuger zusammenbringen.

Der 54-jährige  Thomas Schädler hat für Bad Cannstatt die erste Marktschwärmerei auf die Beine gestellt. Foto: Claudia Leihenseder
Der 54-jährige Thomas Schädler hat für Bad Cannstatt die erste Marktschwärmerei auf die Beine gestellt. Foto: Claudia Leihenseder

Veielbrunnen - Seit Anfang Mai gibt es in Bad Cannstatt eine neue Möglichkeit, an den regional ausgerichteten Wochenendeinkauf zu kommen: die Marktschwärmerei bei der Kulturinsel im Neckarpark. Gedacht ist das Angebot für Menschen, die gerne im Internet einkaufen, denen es aber gleichzeitig wichtig ist, woher die Produkte kommen: nämlich aus ihrer näheren Umgebung.

„Wir wollen allerdings keine Konkurrenz zum klassischen Wochenmarkt oder zur Abokiste sein“, sagt Thomas Schädler. Der 54-jährige Unternehmensberater hat die Idee, die ursprünglich aus Frankreich kommt und in Berlin seit drei Jahren Fuß gefasst hat, nach Stuttgart, genauer: nach Bad Cannstatt, gebracht. Schädler, der landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe berät, will zum einen Direktvermarktern den Einstieg in den Onlinehandel erleichtern und gleichzeitig für eine bestimmte Klientel, die wissen will, woher genau ihr Essen stammt, ein neues Angebot aufbauen. Wichtig: „Rechtlich gesehen sind wir kein Markt, sondern eine Abholstelle. Der Kauf findet komplett im Internet statt“, sagt Schädler.

Knapp 400 Mitglieder hat das Projekt Marktschwärmer schon

So gibt es an der Kulturinsel auch keinen kleinen Markt, sondern nur Probierstände, wenn die Käufer am Freitagabend ihre Waren dort abholen. Sie können ins Gespräch kommen, das eine oder andere Produkt verkosten – aber nichts zusätzlich kaufen. Dafür müssen sie wieder ins Internet und für die nächste Woche ihren virtuellen Warenkorb befüllen. „Wir haben inzwischen rund 375 Mitglieder, die sich auf der Plattform registriert haben“, so Schädler. In der zweiten Woche haben konkret 23 Kunden bei elf verschiedenen Anbietern bestellt. „Das einzige, was uns zum gesamten Spektrum eines Marktes fehlt, sind noch die Molkereiprodukte“, meint der Unternehmensberater. Aber er arbeite daran.

Wie die Marktschwärmer funktionieren: Interessenten können sich auf der Internetplattform anmelden und registrieren. Ihre Ware können sie bis Mittwoch um Mitternacht online bestellen. Abgeholt werden kann der Einkauf am jeweils darauf folgenden Freitag von 17 bis 19 Uhr an der Kulturinsel Bad Cannstatt, Güterstraße 4. Zu der Zeit ist auch der Biergarten der Kulturinsel geöffnet. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.marktschwärmer.de.

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