Kulturkiosk im Züblin-Parkhaus eröffnet Stuttgarts Altstadt erwacht zu neuem Leben

Von Uwe Bogen 

Die Altstadt lebt! Frauen in Pink, als Flamingos gekleidet, sind zur Eröffnung des Kulturkiosks im Züblin-Parkhaus durch die Nacht gezogen. Ein einstmals schwieriger Ort erwacht mit Kunst, Performance und Außengastronomie neu.

Performance der unbeschreiblich weiblichen Flamingos vor dem neuen Kulturkiosk des Züblin-Parkhauses. Foto: Lichtgut/Julian Rettig 18 Bilder
Performance der unbeschreiblich weiblichen Flamingos vor dem neuen Kulturkiosk des Züblin-Parkhauses. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Nicht immer sind es die Jungen und Schönen, die die Nacht zum Tage machen. Bei der Performance „Belles de nuite“ erobern sich Frauen über sechzig, als pinkfarbene und lebensfrohe Flamingos gekleidet, nach dem Sonnenuntergang den Stadtraum zurück. Eindringlich lustwandeln sie zwischen Leonhardskirche und Sieglehaus. Vor dem neuen Kulturkiosk des Züblin-Parkhauses, der an diesem Abend eröffnet wird, singen sie das alte Lied „Unbeschreiblich weiblich“ von Nina Hagen mit Zorn und Selbstbewusstsein in der Stimme: „Ich hab’ keine Lust, meine Pflicht zu erfüllen! Für dich nicht, für mich nicht, ich hab’ keine Pflicht!“

Experimentierfeld für die Stadtplanung und für die Kultur

Bei der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2027 wird das Areal des Züblin-Parkhauses zum Experimentierfeld der Stadtplaner. Der im Inneren mit zeitgenössischer Fotokunst reich und bunt geschmückte Betonklotz, der das Leonhards- und das Bohnenviertel auseinanderreißt, soll in etwa drei Jahren abgerissen werden. Der Ort am Rande des Rotlichtviertels könnte dann zur Quartiermitte der wiedervereinten und neu aufblühenden Leonhardvorstadt werden. Schon jetzt ist das Züblin ein Experimentierfeld – für die Kultur.

Interimsstätten haben den Charme und die Kraft, kreative Energien freizusetzen. Die Kulturvermittlerin Sara Dahme und ihr Freund Christian Rühle sorgen mit ihrem Kulturkiosk dafür, dass neues Leben in der Altstadt erwacht. Ausstellungen und Café-Betrieb mit Außenbereich sowie Veranstaltungen locken an einen Ort, der lange Zeit als schwierig wegen Drogenhandels und Prostitution galt. Schon bei der Eröffnung (dabei: Bezirksvorsteherin und OB-Kandidatin Veronika Kienzle, Kreativdirektor Johannes Milla, Jungwinzer Thomas Diehl) wird klar: Spannenden Zeiten können in zentraler Stadtlage entstehen!

Das Programm des Eröffnungswochendes findet man hier: Kulturkiosk.




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