Kundgebung in Stuttgart Solidaritätsdemo für inhaftierte Maria Kolesnikowa

Von Christoph Kutzer 

Mehr als 200 Menschen haben am Samstag erneut für eine Demokratie in Belarus demonstriert und Solidarität mit der inhaftierten Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa bekundet.

In Stuttgart sind am Sonntag Menschen für Freiheit in Belarus und die Freilassung der inhaftierten Maria Kolesnikowa auf die Straße gegangen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 4 Bilder
In Stuttgart sind am Sonntag Menschen für Freiheit in Belarus und die Freilassung der inhaftierten Maria Kolesnikowa auf die Straße gegangen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Zwischen Dichterdenkmal und Fruchtkasten dominieren am Sonntagnachmittag die Farben Weiß und Rot. Rund 250 Menschen haben sich auf dem Schillerplatz versammelt, um gegen die repressive Politik des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko und für Demokratie und Neuwahlen in Belarus zu demonstrieren, darunter etliche Vertreter der Lokalpolitik. Im Mittelpunkt steht, das zeigen Transparente wie „Lass unsere Maria frei!“, Maria Kolesnikowa. Sie wurde nach den letzten Wahlen zu einer Ikone der Oppositionsbewegung. Seit einigen Tagen ist sie in Minsk inhaftiert. OB Fritz Kuhn (Grüne) würdigt ihren Einsatz für einen friedlichen Wandel in Belarus und forderte die Freilassung aller Demokraten. „Wir in Stuttgart unterstützen die Forderungen der Menschen, die für Freiheit und Menschenrechte eintreten“, versichert er.

Die Rolle der Kunst im Wandel

„Es tut gut, diese Unterstützung zu spüren“, sagt Aliona Dries, Mitgründerin einer belarussischen Initiative zur Unterstützung der Opposition. Sie erinnert sich an ein Telefonat mit ihrer Mutter in Minsk, die Angst hatte, wegen ihres Armbands in der Farbe der Freiheit, Weiß, verhaftet zu werden. So bedrückend die Schilderungen einzelner Schicksale ist, die viele Redebeiträge bestimmen: Die Stimmung bleibt positiv. „Maria hat der Staatsmacht Freude entgegengesetzt“, betont einer ihrer Stuttgarter Mitstreiter und initiiert eine Lachminute. „Lachen besiegt die Angst. Lachen macht frei“, ermutigt er die Versammelten.

Ein neues, junges Belarus stehe der prosowjetischen Fassade gegenüber, charakterisiert Komponist Sergej Newski, dessen „Boris“ die letzte Premiere an der Stuttgarter Oper vor der Coronaschließung war, die Situation. Er verweist auf die Rolle der Kunst für den Wandel. Dass Kolesnikowa eine Entwicklung von kulturellen zu politischen Aktionen durchlaufen habe, sei absolut folgerichtig. Am 19. September wollen in Stuttgart Künstler für die Freilassung der Oppositionspolitikerin mobil machen.




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