Kunst-Camp-Schau in der Galerie trott!art Atempause in den Wirren im Verein Trottwar
Die Ausstellung zum Sommer-Kunst-Camp 2023 macht die Trottwar-Räume bis Jahresende zur Galerie trott!art – und überrascht positiv.
Die Ausstellung zum Sommer-Kunst-Camp 2023 macht die Trottwar-Räume bis Jahresende zur Galerie trott!art – und überrascht positiv.
Die Hand umfasst den ganzen Kopf, ja, im Grunde das ganze, auf eine Kopffigur konzentrierte Menschwesen. „Verzweifelt“ gibt Uwe Simmons der Sandstein-Skulptur als Titel mit auf den Weg – punktgenau. Zu sehen ist das Werk in der Galerie trott!art des Vereins Trottwar (Falkertstraße 56). Dieser wird anhaltend von zahlreichen Vorwürfen gegen den als Chefredakteur der Straßenzeitung Trottwar zurückgetretenen und als Geschäftsführer des Trägervereins freigestellten Helmut H. Schmid und den entsprechenden laufenden Untersuchungen erschüttert.
In der aktuellen Trottwar-Ausgabe tritt Schmid als Autor in Erscheinung – er skizziert das fünfte trott!art-Kunstprojekt für sozial Benachteiligte von 8. bis zum 21. Juli in Fleinheim. Wirklich beruhigend ist diese Autorenschaft nicht, sind doch der Verein und die Straßenzeitung Trottwar weit von innerbetrieblicher Normalität entfernt.
Und doch sollte es in den nächsten Tagen und Wochen bis Jahresende auch darum gehen, was in den Trottwar-Räumen zu sehen ist. Etwa die Szenerie „Brücke mit Auto und Berber“ von André Fehler. Hier verschwindet ein Mensch, der unter der Brücke „zu Hause“ ist, nahezu im angedeuteten Selbstverständnis des Tagesgeschehens. Umgekehrt setzt Resa Nosratlu der Öffentlichkeit farbstark ihren plastischen „Schrei“ entgegen – ein kraftvoller Anspruch auf Teilhabe. Signalhaft auch und mit berechtigtem eigenen Anspruch die Farbfeld-Bilder von Lila Beraki. Und dann gibt es da noch Anna Grishina – feine Beobachterin zuvorderst im plastischen wie im malerischen Arbeiten. Doch dieses Beobachten verfestigt sich im malerischen Durchstreifen der Stuttgarter Altstadt zu einem eigenen Ton. So wird inmitten der Trottwar-Wirren die Kunst Camp-Schau in der Galerie trott!art (Mo bis Fr 9 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr) zumindest vordergründig tatsächlich zu einer Atempause.