Kunst in Kirchheim Neue Skulptur lotst Besucher in den Club Bastion

Von Gunther Nething 

Vor der Kirchheimer Bastion gibt es ein neues Kunstwerk, das auch als Wegweiser seinen Zweck erfüllt. Als nachträgliches Geschenk zum 50. Geburtstag des Clubs Bastion wurde es nun enthüllt.

Das Vorstandsmitglied des Clubs Bastion Bernhard Fischer bei der Enthüllung. Foto: Horst Rudel Foto: /Horst Rudel
Das Vorstandsmitglied des Clubs Bastion Bernhard Fischer bei der Enthüllung. Foto: Horst Rudel

Kirchheim/Teck - Die Enthüllung zweier überdimensionaler stählerner Reifen, die sich zur Spitze hin in solidarischer Geste durchdringen, ist am Wochenende im Zugangsbereich zum Veranstaltungsgewölbe des Kirchheimer Clubs Bastion gefeiert worden.

Die Skulptur als „Wegweiser zur Kunst“, sagte das Vorstandsmitglied Bernhard Fischer bei der Begrüßung, habe gleich mehrere Funktionen: Sie soll es auswärtigen Besuchern erleichtern, im Zwickel von Alleenring und oberer Max-Eyth-Straße die Veranstaltungsstätte in dem alten Festungsgemäuer zu orten. Darüber hinaus greifen ausgestanzte Begriffe auf den Reifen den Vereinszweck und die -satzung des Clubs auf. Von Kulturbeuteln über Streitkultur bis hin zu Subkultur und Hochkultur findet sich da einiges.

Kunstwerk als Geschenk zum 50-Jahr-Jubiläum

Schöpfer des jüngsten Kindes im Skulpturenreigen der Teckstadt ist der Bildhauer, Grafikdesigner und emeritierte Kunstprofessor Bernd Hennig (67) aus Birkenfeld bei Pforzheim. Stifterin ist die Kirchheimer Kunstsammlerin Doris Nöth, die erst dieser Tage ihren 96. Geburtstag feierte. Und ein weiteres Datum ist bei dem Mäzenatentum von Belang, nämlich das vor einem Jahr gefeierte 50-Jahr-Jubiläum des Clubs Bastion, wobei das jetzt enthüllte Werk als nachträgliches Geburtstagsgeschenk gilt. Einschließlich einer neuen Plakatwand aus Cortenstahl samt eingraviertem Vereinslogo beziffert Bernd Hennig die Kosten auf 30 000 Euro.

Für Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker ist mit der Skulptur „etwas Besonderes entstanden“. Wichtig sei es ihr, dass in Anlehnung an ein Wort des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäckers die Kunst kein Luxus sei, sondern jedermann ansprechen und die Menschen verbinden solle. Damit der neue Wegweiser namens „Loop“ auch bei Dunkelheit seinen Zweck erfülle, riet sie dem Verein, bei der Bürgerstiftung einen entsprechenden Zuschussantrag für eine Beleuchtung zu stellen. Andreas Kenner, rühriges Bastionsmitglied und SPD-Landtagsabgeordneter, fungierte bei der Kunstaktion als Vermittler und eine Art Vertrauensmann zur Spenderin.

Andreas Kenner erhielt nach seinen eigenen Worten bei der Mission den Eindruck, dass es für die Stifterin einem Traum gleich käme, wenn in der Teckstadt einmal ein Doris-Nöth-Kunstpfad Wirklichkeit werden würde.