Kunst in Plochingen „Local heroes“ setzen Akzente im Programm der Plochinger Galerie

Für alle sichtbar weist in der Marktstraße eine mannshohe Figur von Wolfgang Thiel den Weg in die Plochinger Galerie. Foto: Petra Bail

Die Galerie der Stadt Plochingen legt am 5. Februar los: mit Kunstschaffenden aus der Region, Überraschendem und einer historischen Plochinger Künstlerpersönlichkeit.

Aus zahlreichen Bewerbungen hat das Kulturamtsteam um Markus Schüch ein Jahreskonzept für die Galerie der Stadt Plochingen destilliert, das jede Menge Abwechslung bietet. Die Bandbreite der Kunstpräsentationen reicht von Fotografie und Videoarbeiten über Malerei und Skulptur bis zu Aquarellen und Holzschnitt. Schüch achtet bewusst darauf, mit jeder Ausstellung einen frischen Impuls zu setzen.

 

Eröffnet wird der Reigen mit „#LoveMeeToo“ von Gudrun Latten aus Göppingen. Für den Kulturamtsleiter spannt sich ein feiner Bogen von Elisabeth Hahn, die das Ausstellungsjahr 2025 beendet, hin zu Lattens Collagen, Fotografien und Videokunst. Trotz der knapp 150 Jahre zwischen den beiden Künstlerinnen ist er überzeugt, dass die 1883 geborene Hahn an diesen zeitgenössischen Arbeiten großen Gefallen gefunden hätte. So entsteht ein eleganter Übergang in die Gegenwartskunst. Die 42-jährige Fotografin, Publizistin und Kunsthistorikerin behandelt Themen wie Identität, Gender und ästhetische Fragestellungen zwischen spielerischer Fiktion und sinnlicher Realität. Die Vernissage findet am 5. Februar 2026 statt.

Ausstellungen zu Ehren des verstorbenen Malers Werner Fohrer

Weiter geht es am 7. Mai 2026 mit einer Doppelausstellung unter dem Titel „Die drei. 3 artisten“ mit Wolfgang Thiel (Plochingen), Peter Degendorfer (Ulm) und Hans Mendler (Leonberg). Die Gruppenausstellung im Schauraum im Dettinger Park und in der städtischen Galerie ist ein Format, das vor zwei Jahren begonnen wurde und das zu Ehren des verstorbenen Malers Werner Fohrer weitergeführt wird. Das Besondere: Zwei Orte werden gleichzeitig bespielt. Auftakt ist um 18.30 Uhr im Schauraum, anschließend ziehen die Vernissage-Gäste in der Galerie weiter. Die drei Studienfreunde sprechen zwar verschiedene künstlerische Sprachen, finden aber dennoch einen gemeinsamen Ton, was einen spannenden Dialog zwischen Skulptur, Malerei und Objekten verspricht.

„Was bleibt?“ ist die Fotoschau von Klaudia Dietewich überschrieben, die am 23. Juli 2026 startet. Die Künstlerin aus Stuttgart-Degerloch hat mit Siebdruck begonnen und ist mittlerweile seit fast zwanzig Jahren weltweit mit der Kamera auf Spurensuche unterwegs. Sie richtet ihren Blick auf das vermeintlich Nebensächliche und hält Risse, Spuren, Kratzer in ihren Fotoarbeiten fest. Was im Alltag zufällig wirkt, Zeichen der Vergänglichkeit und Symbole des Lebens, wird als bunte Bildwand effektvoll in Szene gesetzt.

Zum Abschluss: die farbintensiven Werke eines Autodidakten

Den Schlussakkord setzt ein Künstler, dessen Werk in dieser Fülle erstmals öffentlich gezeigt wird: Peter Schmid (1926 bis 1997). Seine farbintensiven Bilder und die ausdrucksstarken Skulpturen zeugen von einem leidenschaftlichen Arbeiten auf dem Stumpenhof. Schmid war Autodidakt und ging wegen Krankheit in Frührente. Er brachte sich alles selbst bei: den Umgang mit Ton, Bildhauerei, Malerei und Holzschnitt. Seine Schwerpunkte sind Aquarelle und Malereien voller expressionistischer Energie. Für die Ausstellung „König Leben“ sichteten Markus Schüch und Schmids Enkel, Henning Kober, das Wohnhaus des Künstlers auf dem Stumpenhof in dem sich nicht nur Räume, sondern auch Dachboden und Garten als wahre Schatzkammer eines umfangreichen Lebenswerks entpuppten.

Vier statt fünf, dafür aber länger

Besichtigung
Nachdem sich die Initiative Mahlwerk im vergangenen Jahr aus der Ausstellungsorganisation zurückgezogen hat, sind im städtischen Musentempel 2026 nicht mehr fünf, sondern nur noch vier Ausstellungen zu sehen – dafür aber mit längerer Laufzeit. Der Eintritt in die Galerieräume im ersten Stock der Plochingen-Info in der Marktstraße 36 ist weiterhin frei.

Besichtigung
Die Öffnungszeiten der Plochinger Galerie sind montags, dienstags, mittwochs, donnerstags und samstags von 10 bis 13 Uhr; Dienstag und Donnerstag zusätzlich von 14 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 16 Uhr. Führungen zu den jeweiligen Ausstellungen sind unter: www.plochingen.de/Galerie im Internet zu finden.

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