Kunst- und Kulturverein Kolobok Väterchen Frost ist eine feste Größe im Vereinsjahr

Von Susanne Müller-Baji 

Beim Deutsch-Russischen Kunst- und Kulturverein Kolobok ist Nachfrage gleich Kursangebot.

Die Figur stammt aus einem Volksmärchen. Foto: Susanne Müller-Baji
Die Figur stammt aus einem Volksmärchen. Foto: Susanne Müller-Baji

Stuttgart aktiv - Auf dem Plakat lacht ein Vollmondgesicht von Ohr zu Ohr: Kolobok, das kleine runde Brötchen aus dem russischen Volksmärchen, das hierzulande als die Geschichte vom „dicken, fetten Pfannekuchen“ bekannt ist, das unbeirrt durch die Welt geht, auch wenn viele Tiere es zum Fressen gern haben. Der Strahlemann soll zeigen: Hier geht es um russische Tradition. Und es geht um Kinder. Denn beides hat der Deutsch-Russische Kunst- und Kulturverein Kolobok in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt.

Damit enden die eindeutigen Unterteilungen aber auch schon wieder. Ganz genau lassen sich die Aufgaben von Kolobok nämlich nicht umreißen: Im Verein kann Jung und Alt russisch oder auch verschiedene andere Sprachen lernen oder vertiefen, gemeinsam singen oder malen, die traditionellen Feste feiern, und es gibt Nachhilfe für Schüler. „Viele unserer Mitglieder haben natürlich einen Bezug zu den Staaten der ehemaligen Sowjetunion“, sagt die Vorsitzende Valentina Berg, die aus der Nähe von Kiew stammt. Manche Mitglieder schätzen aber auch das gemütliche Beisammensein. Oder sie lernen bei Kolobok Volkstänze, die durchaus auch aus Griechenland oder Ungarn kommen können. Muss man für das Kursprogramm russisch sprechen können? „Wenn Sie im Chor mitsingen wollen schon, denn der singt auf Russisch. Ansonsten nicht.“

Alles kann, nichts muss: Das Kursangebot gestalte sich nach der Nachfrage, erzählt die Vorsitzende, die seit 1991 in Deutschland lebt: „Wir machen das nicht wie die Volkshochschule, wir bieten nicht etwas an und warten, ob einer mitmachen will.“ Gehandelt werde, wenn eine konkrete Anfrage vorliegt. Wie beim Volkstanz: Da waren die Mütter während der Kinderprogramme ohnehin vor Ort im Roter Bürgerhaus, wo ebenso wie im Jugendhaus M 9 Kurse angeboten werden. „Sie haben gesagt: Wir wollen auch gern was machen, wir wollen tanzen.“ So kam es dann.

Die entspannte Grundhaltung zeigt sich auch, wenn Valentina Berg erzählt, wie es im Jahr 2000 zur Vereinsgründung kam. „Wir waren damals fünf oder sechs Familien mit kleinen Kindern, und wir fanden es schade, dass die die russische Sprache vergessen“. Anfang Januar, wie in der orthodoxen Kirche üblich, wurde daher ein traditionelles Weihnachtsfest organisiert und Väterchen Frost sollte Geschenke bringen. Um die 15 Kinder habe der Freundeskreis selbst gezählt, sagt die Vorsitzende und lacht: Aber die Neuigkeit machte die Runde, und so kamen 50 Kinder. Das Fest sei noch immer einer der Höhepunkte des Veranstaltungsjahres – der Rest habe sich eben so entwickelt.

Zum Beispiel kann man sich nun in einem mehrstündigen Angebot auf seine Reise vorbereiten, inklusive einiger Grundkenntnisse in Russisch und vieler Information zu Land und Leuten. Begeistert zeigt sich Valentina Berg auch von einem weiteren Angebot, einem Kurs, der Kinder auf die Schule vorbereitet: „Wie geht man mit Lehrern und den anderen Schülern um, wie schafft man es, sich zu konzentrieren? Das alles lernen die Kinder, und ich habe schon begeisterte Rückmeldungen erhalten, auch von den Lehrern in den Schulen.“

KUNST- UND KULTURVEREIN KOLOBOK

Anschrift
Makrelenweg 9 A (Jugendhaus M 9), 70378 Stuttgart Telefon
0178 / 501 17 55 oder0177 / 681 76 40 Mail
valentina@kolobok-ev.de Homepage
www.kolobok-ev.de

Vorsitzende
Valentina Berg Gründungsjahr
2000 Mitgliederzahl
2000 Teilnehmer an den Kursen und Angeboten. In der Satzung ist der Begriff „Mitglied“ derzeit noch nicht definiert.