Kunsteisbahn auf Gerlinger Rathausplatz Das Pirouettendrehen soll wiederholt werden

Von Stefanie Köhler 

Die landkreisweit einzige Eisbahn auf dem Gerlinger Rathausplatz ist abgebaut. Die Schlittschuhläufer fanden die Idee gut, strömten in Scharen und hoffen auf weitere winterliche Runden. Die Antwort des Marketingvereins, der auch für den Sommer Pläne hat, ist eindeutig.

Die Open-Air-Eislaufbahn auf dem Gerlinger Rathausplatz hat sehr viele Besucher angelockt – auch aus den Nachbarkommunen. Mehr Fotos finden Sie in unserer Bildergalerie. Klicken Sie sich durch. Foto: factum/Jürgen Bach 8 Bilder
Die Open-Air-Eislaufbahn auf dem Gerlinger Rathausplatz hat sehr viele Besucher angelockt – auch aus den Nachbarkommunen. Mehr Fotos finden Sie in unserer Bildergalerie. Klicken Sie sich durch. Foto: factum/Jürgen Bach

Gerlingen - Das Experiment ist geglückt: Die Eislaufbahn auf dem Gerlinger Rathausplatz war ein voller Erfolg. Das ist sowohl vom Veranstalter, dem Stadtmarketingverein „Mein Gerlingen“, zu hören als auch von den Bürgern im Ort. Im sozialen Netzwerk Facebook in der Gruppe „Gerlingen Aktuell“ äußern sich Dutzende Nutzer durchweg begeistert.

„Danke für die tolle Eisbahn und die Verpflegung“, schreibt eine Frau am Abend des Dreikönigstags. Am 6. Januar endete um 18 Uhr das Rutschvergnügen. „Absolut mega, diese Eisbahn“, findet eine andere Frau. Ein Nutzer bezeichnet sie als „Highlight“, ein anderer als „Bereicherung“. Manche bedauern, wie „menschenleer“ der zentrale Platz jetzt aussehe. „Wir wollen Leben auf dem Rathausplatz!“, heißt es in jenem Eintrag weiter.

Facebook: „Selten hat ein Thema die Gerlinger so geeint“

Und schon gut eine Woche nach der Eröffnung am 13. Dezember stellte die Administratorin der Facebook-Gruppe fest: „Selten hat ein Thema die Gerlinger so geeint: Die Eisbahn ist cool.“ Viele wünschten sich „sicher eine Wiederholung“ im nächsten Jahr oder vielleicht sogar „eine Etablierung als regelmäßige winterliche Attraktion“. Eine Aussage, der viele Nutzer zustimmten. Gleichzeitig rief die Administratorin dazu auf, dass die Nutzer „Ideen, Vorschläge, Lob oder auch konstruktive Kritik“ hinterlassen. Dies geschah prompt. Einige Schreiber können sich zum Beispiel die Eisbahn in Kombination mit einem Weihnachtsmarkt vorstellen.

Ob es einen Budenzauber gibt, ist noch völlig offen. Sicher ist indes: Einen Eiszauber soll es erneut geben. „Wenn nicht ein großer Widerstand kommt, bauen wir die Eisbahn dieses Jahr wieder auf“, sagt die Chefin des Stadtmarketingvereins, Heike Bischoff, auf Anfrage unserer Zeitung. Auch sie selbst wolle eine zweite Auflage, jedoch ein paar Dinge ändern.

Zweite Auflage mit Neuerungen

So will Heike Bischoff Anfängern mehr Eislernhilfen bereitstellen – acht seien zu wenig – und die Zeit der Nutzung begrenzen. Außerdem habe der Anbieter der Eisbahn eine weitere Attraktion ins Spiel gebracht: Man könnte separat eine Eisstockbahn aufbauen. Grundsätzlich sei vieles möglich, sagt Heike Bischoff. Sie betont aber auch: „Das alles geht nur in Abstimmung mit dem Gemeinderat. Außer den Grünen standen im Herbst jedenfalls alle Fraktionen der Idee einer Eisbahn positiv gegenüber.

Zu Recht, wie sich rasch herausstellte: Heike Bischoff berichtet von bis zu 10 000 Besuchern auch aus den Nachbarkommunen, die binnen der 25 Tage schlittschuhgelaufen sind. „Teilweise mussten wir die Eisbahn schließen, weil zu viel Andrang herrschte“, sagt die Vereinschefin. Gerade in den Ferien sei das Angebot „super genutzt“ worden. Kein Wunder, war die 300 Quadratmeter große Open-Air-Bahn doch einzigartig im Landkreis. Nicht selten haben sich die Bürger auch einfach auf einen Glühwein getroffen.

Lesen Sie hier: Wann Eislaufen auf Seen gefährlich ist

Im Sommer noch ein Experiment geplant

Gleichwohl habe sie das Vorhaben zunächst als „großes Wagnis“ empfunden, sagt Heike Bischoff. „Es war unklar, wie die Eisbahn ankommt. Wir haben das ja zum ersten Mal gemacht.“ Trotzdem habe sie die rund 600 Helferstunden an Freiwillige schnell vergeben können.

Noch steht die vollständige Bilanz aus. Heike Bischoff geht jedoch davon aus, „dass wir finanziell ganz gut rauskommen“. Etwa 45 000 Euro kosteten Aufbau und Betrieb der Eisbahn. Es gehe aber auch gar nicht darum, einen Gewinn zu erzielen, stellt die Stadtmarketingchefin klar: „Wir wollten Menschen nach Gerlingen holen und zeigen, wie gut sich der Rathausplatz beleben lässt.“

Um den Leuten die Wartezeit bis zum nächsten Winter zu verkürzen, plant der Marketingverein auch im Sommer eine Attraktion rund um den Rathausplatz. Was genau ihr vorschwebt, möchte Heike Bischoff erst dann offiziell verkünden, wenn die wichtigsten Gespräche mit der Stadt vorüber sind. Ein erster Termin ist Ende Januar angesetzt. Heike Bischoff verrät nur soviel: Auch dieses Projekt wäre in der Stadt eine Premiere.