Kunsthandwerkermarkt auf Schloss Filseck Mit Pflanzenpower und Fröbelsternen

Manchen der 60 Künstlerinnen und Künstlern konnte man sogar bei der Arbeit zuschauen. Foto: Sabine Ackermann

Rund 60 kreative Kunstschaffende aus Nah und Fern lockten zahlreiche Besucher zum 20. vorweihnachtlichen Kunsthandwerkermarkt auf Schloss Filseck in Uhingen. Zu sehen gab es unter anderem Gemaltes, Gedrechseltes und Gewalktes.

Das steht es nun. Separat auf einer Steinstufe, nur wenige Schritte vom Stand der Uhinger Holzwerkstatt entfernt. Ein von Michael Stritzel dezent bearbeitetes Holzobjekt aus einem heimischen Apfelbaum, das mit einer im Glas geschützten Stumpenkerze im besten Fall in Christels Wohnzimmer für heimelige Atmosphäre sorgen soll. Entfernt von allem was ablenkt, lassen die potenzielle Kundin aus Gammelshausen und Monika aus Süßen, diese besondere Dekoration auf sich wirken. „Es muss reinpassen und zur Geltung kommen“, überlegt Christel, zückt ihr Smartphone und schickt das Foto ihrem Mann. Zusammen genießen die besten Freundinnen den Markt und staunen, dass es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Zum Beispiel altes Holz aus Dielen oder Eichenbalken mit Edelmetallen wie echtem Blattgold, Kupfer oder Platin zu verbinden, das haben sich Aljoscha und Heike Schnelle von „Jahres-Ringe“ aus Roßwälden auf die Fahnen geschrieben.

 

Blumenvase aus Buchenholz

Ebenfalls neu sind die sogenannten „Lichtenberg-Figuren“, wie Blitze verästelte Muster, die automatisch durch elektrische Hochspannungsentladungen auf einer isolierenden Oberfläche entstehen. Quasi mit Doppelwumms zweier Elektroden und einer Wasser-Backnatron-Mischung leitet Uwe Strofus von der gleichnamigen Bad Boller Drechslerei den Strom mit rund 2000 Volt eine Minute lang in seine Blumenvase aus Buchenholz. „Das Innere wird dann mit Fasspech ausgepecht, so bleibt die Vase dicht“, berichtet der Schreiner und Drechsler, der zudem als Ingenieur bei der Wala beschäftigt ist.

Auch wenn es spannend klingt, weitaus ungefährlicher ist Claus Schrags neue Art zu zeichnen. Aktuell widmet sich der Kunstmaler aus Heroldstatt der Neurografik, bunte geschwungene Linien, deren besonders bearbeitete Verbindungsstellen an Synapsen des menschlichen Gehirns erinnern.

Mit natürlicher Pflanzenpower in Form von Aroma Balls (Globuli) oder Crush (Birkenzucker) lockt Kirsten Marini aus dem österreichischen Rauris. „Warum nicht mal einen Liebeszauber?“, dachte sich Brigitte Hahn-Traub aus Wißgoldingen, die mit Freundin Gabriele Reichert aus Süßen am Stand des „Manufaktums GuXi“ viel Spaß hatte und sich vorausschauend noch mit dem Immun-Booster „Durchpusten“ eindeckte. „Loops aus Jersey-Stoffen, Herren, Damen, kurz, lang, mittel, alle warm und handgenäht“, bringt es Brigitte Kraft-Herklotz bei den interessierten Besuchern kurz und informativ auf den Punkt. Gleichfalls für was Warmes, nur an anderen Körperstellen, sorgt die „Stulpenwelt“ aus Esslingen. Schneidermeisterin Martina Schwegler und Kürschnermeisterin Birgit Steffens-Lang bieten eine große Auswahl an Handschuhen an, die man je nach Gusto wenden kann. Zum Portfolio gehören außerdem Strickmützen mit einem Fellbommel sowie Pelz-Accessoires aus Fuchs oder Nerz. „Junge Mamas ziehen ihre Babys gerne in Nichtfarben an“, sagt Ute Glaser aus dem gleichnamigen Nähstüble aus Bad Boll. Ob Overalls, Hemdchen und Mützen für Babys und Kleinkinder aus weichem Schurwoll-Walk oder Baumwoll-Vlies, jedes Stück ist ein Unikat und fast ausschließlich in einem gedeckten Sandton.

Fröbelsterne aus Papier

Sei es bei der Fertigung von Fröbelsternen oder einer weiteren Papierkunst, was man alles aus diesem faszinierenden Material herstellen kann, lässt an einigen Ständen nur staunen. „Papier schneiden, daraus Stäbe drehen, flechten, mit weißer Acrylfarbe einfärben und Goldrand verzieren und Beleuchtung anbringen“, zählt Martina Lorenz ihre Schritte zur Fertigung eines Tannenbaums auf. „Für diese Kunst habe ich in der Schweiz einen Papier-Bildungsgang absolviert“, verrät die Physiotherapeutin aus Schönaich, die sich zudem für alles rund um die Buchbinderei interessiert.

Rühriger Förderkreis bringt Kultur ins Schloss

Förderkreis
 Veranstaltet wird der Kunsthandwerkermarkt von der Organisatorin Maria Wolf und dem Förderkreis Schloss Filseck. Vor Ostern findet der Markt „Kunst am Ei“ statt. Der Förderkreis bringt Geschichte, Kunst und Kultur rund um das Schloss den Besuchern aller Generationen näher und organisiert regelmäßig Veranstaltungen. Er engagiert sich ehrenamtlich mit seinen 160 Mitgliedern bei Veranstaltungen sowie bei Projekten und leistet auch Geld- und Sachspenden.

Ausstellungen
 Unter dem Motto Regionale Kunst veranstaltet der Förderkreis jährlich etwa sechs Kunstausstellungen auf Schloss Filseck im Flur des Nordflügels, 1. OG. Auf Wunsch werden auch Schlossführungen organisiert.

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