Kunstkreis Stuttgart-Möhringen Überraschendes aus dem Werkraum

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Der 13-jährige Pianist Christian Märkle aus Mexiko eröffnet am Freitag die neue Mitgliederausstellung des Kunstkreises.

Der 13-jährige Pianist Christian Märkle und seine Gastgeberin, Großmutter Waltraud Märkle, vor einem Vulkanbild ihres Kollegen Arnold Sienerth. Foto: Sabine Schwieder
Der 13-jährige Pianist Christian Märkle und seine Gastgeberin, Großmutter Waltraud Märkle, vor einem Vulkanbild ihres Kollegen Arnold Sienerth. Foto: Sabine Schwieder

Möhringen - Vor zwei Jahren saß der junge Pianist noch am Klavier und der kleine Raum platzte aus allen Nähten. Bei der Eröffnung der neuen Ausstellung, zu der die Mitglieder des Kunstkreises Möhringen „Überraschendes aus dem Werkraum“ zusammengetragen haben, wird Christian Märkle im großen Saal des Bürgerhauses am Flügel spielen. „Der Musiker hat uns bildenden Künstlern ein bisschen die Schau gestohlen“, schmunzelt Gisela Abt, Gründerin und Leiterin des Kunstkreises. Das ist nicht ganz ernst gemeint, denn die Künstler freuen sich sehr, dass der mittlerweile 13-Jährige erneut eine Vernissage musikalisch gestalten wird.

Um sein Deutsch zu verbessern, besucht Christian einmal im Jahr seine Oma

Christian Märkle, Sohn eines deutschen Vaters und einer mexikanischen Mutter, kam in Puebla zur Welt und lebt mit seiner Familie in Hermosillo im Nordwesten Mexikos. Um sein Deutsch zu trainieren, besucht er einmal im Jahr für mehrere Wochen seine Großmutter in Möhringen. Sie ist Mitglied des Kunstkreises und unterstützt ihren Enkel auf seinem Weg zum Profi: Christian würde nach der Schule gerne das Mozarteum in Salzburg besuchen.

Erst vor sechs Jahren mit dem Klavierunterricht begonnen

Beachtlich dabei ist, dass der 13-Jährige erst vor sechs Jahren mit dem Klavierunterricht begonnen hat. Schnell wurde ein renommierter Musikprofessor in seiner Heimatstadt auf den Jungen aufmerksam und nahm ihn als jüngsten Meisterschüler unter seine Fittiche. Bei der Vernissage am Freitag wird Christian Märkle den ersten und dritten Satz der Beethoven- ­Sonate G-Dur und den ersten Satz von Schumanns „Faschingsschwank“ spielen.

Im 1984 gegründeten Kunstkreis sind Anfänger und Fortgeschrittene, Hobbymaler und Profis gleichermaßen vertreten. Die Mitglieder treffen sich montags von 14.30 Uhr an im Werkraum des Bürgerhauses, um gemeinsam zu arbeiten. Unterricht wird nicht erteilt, doch die Künstler geben sich gegenseitig Rat und ermuntern zum Weitermachen.

24 Künstler zeigen ihre Werke

Die Ergebnisse, die unter dem Titel „Überraschendes aus dem Werkraum“ präsentiert werden, umfassen verschiedene Techniken – vom Aquarell bis zur Materialkunst. Von den etwa 30 Mitgliedern des Kunstkreises zeigen 24 Künstlerinnen und Künstler ihre Werke, die älteste Teilnehmerin ist über 90 Jahre alt. Die Organisatoren hatten aus etwa 80 Arbeiten auszuwählen, denn die meisten Künstler sind mit mehreren Arbeiten vertreten.

Zum ersten Mal dabei sind beispielsweise Radierungen und Drucke von Martin Hägele. Dessen „Selfie“ ist eine mit dem Mund gemalte Filzstiftzeichnung. Neu sind auch die farbenfrohen Acrylbilder von Ulrike Coccia und eine ruhige Aquarell-Landschaft von Ute Blauss. Gerlinde Thielecke, ebenfalls noch nicht lange dabei, vertritt den Bereich der abstrakten Künstler, unter denen Jutta Reinhardts farbige Stadtansichten besonders ansprechen. Arnold Sienerth hat sich mit starken Farben dem Polarlicht und einem Vulkanausbruch gewidmet. Kollegin Christine Pallos zeigt mit dem Titel „Feurige Stimmung“ abstrakte Figuren, die im Feuer zu tanzen scheinen. Im Kontrast dazu stehen die ausdrucksstarken Porträts von Heidi Gerken, die mit Hilfe von Kreide und Aquarellfarbe entstanden sind.

Ausstellungseröffnung Die im zweijährigen Turnus stattfindende Mitgliederausstellung des Kunstkreises Möhringen wird am Freitag, 8. Juli, um 18 Uhr im Bürgerhaus eröffnet. Zum Auftakt wird Christian Märkle Werke von Beethoven und Schumann spielen. Die Ausstellung ist bis zum 26. September montags von 14.30 bis 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter 71 72 48 (Gisela Abt) zu sehen.

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