Kunstprojekt in Nürtingen Nürtingen wird ein Stück bunter

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In der Hölderlinstadt Nürtingen sind Stromkästen bemalt worden – die schönsten werden prämiert.

Der Nürtinger Marius Blum (links) und Thomas Idler aus Backnang machen mit. Als Künstler-Duo AdKru sorgen sie für Farbe im öffentlichen Raum. Foto: 7aktuell.de/Daniel Jüptner 9 Bilder
Der Nürtinger Marius Blum (links) und Thomas Idler aus Backnang machen mit. Als Künstler-Duo AdKru sorgen sie für Farbe im öffentlichen Raum. Foto: 7aktuell.de/Daniel Jüptner

Nürtingen - Nürtingen ist bunt“ – der Name des Aktionsbündnisses, das sich vor zweieinhalb Jahren gegen einen damals geplanten Parteitag der AfD in der Stadt gebildet hatte, könnte auch als Überschrift für eine Sommer-Initiative der Citymarketing Nürtingen dienen. Der Verein hatte dazu eingeladen, Ampel- und Stromverteilerkästen zu bemalen und künstlerisch zu gestalten.

Angesprochen waren Schulen und örtliche Einrichtungen wie das Jugendhaus oder die Kinder-Kultur-Werkstatt. Insgesamt 15 Gruppen standen vor der reizvollen Aufgabe, 50 über das Stadtgebiet verteilte, in ihrem mausgrau trostlos wirkende Stromkästen mit Farbe aufzupeppen.

Menschen mit Behinderungen verschönern die Stadt

Den Anfang hatte Ende Juni unter Anleitung der Künstlerinnen Carla Mausch und Josephine Bonnet die Behinderten-Förderung Linsenhofen (BFL) gemacht, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Zwei Stromkästen hat die BFL zum Auftakt bemalt – einen vor der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen in der Neckarsteige und einen weiteren gegenüber dem Lammbrunnen in der Apothekerstraße.

Inzwischen ist das Projekt schon weit gediehen, und Nürtingen ist durch die Verschönerungsaktion sichtlich ein Stück bunter geworden. An vielen Orten stehen nun Stromkästen, die zu echten Hinguckern geworden sind. Zuletzt haben die ehemaligen Nürtinger Kunststudenten und Profi-Sprayer Thomas Idler und Marius Blum gezeigt, was durch Kunst alles möglich ist. Gleich 28 Kästen hat sich das Künstler-Duo vorgenommen.

Bremerhaven und Wuppertal stehen Pate

Die Idee zu der Aktion hatte Gebhard Schweizer, der beim Verein Citymarketing im Vorstand vertreten ist. Inspirieren lassen hat er sich dabei von Vorbildern in Wuppertal und Bremerhaven. In Wuppertal haben Graffiti-Künstler schon vor vier Jahren die unansehnlichen grauen Klötze zu coolen Objekten umgestaltet. Und zwei Jahre vorher hatte Bremerhaven vorgemacht, wie durch Street Art der öffentliche Raum einladender gestaltet werden kann. Mit der Idee ist der Verein Citymarketing bei den Stadtwerken Nürtingen gleich auf offene Türen gestoßen. 40 Stromkästen wurden für die Spraydose freigegeben. Hinzu kamen zehn von der Stadt verwaltete Ampelkästen.

Die Teilnehmer hinterlassen so im öffentlichen Raum nicht nur ihre musikalische Duftmarke. Darüber hinaus besteht auch noch die Aussicht auf ein kleines Honorar. Denn der Verein Citymarketing Nürtingen hat eine Prämierung ausgelobt. Bilder der Kästen werden ins Internet gestellt, und Bürger können über ihre Lieblingswerke abstimmen. Für Platz eins gibt es 300 Euro, der Zweite darf sich über 200 Euro freuen, und der Dritte bekommt immerhin noch 100 Euro.