Kunstprojekttage in Winnenden Zum Jubiläum spielt Dr. Mablues

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Zum 20. Mal finden die Kunstprojekttage im Schloss statt. Schüler und Patienten arbeiten zusammen und feiern am Wochenende mit einer Vernissage und einem Konzert.

Der Festsaal des Schlosses ist für eine Woche zur Druckwerkstatt geworden. Foto: Gottfried Stoppel
Der Festsaal des Schlosses ist für eine Woche zur Druckwerkstatt geworden. Foto: Gottfried Stoppel

Winnenden - Eine erfolgreiche Idee feiert einen runden Geburtstag. Die Winnender Kunstprojekttage sind dieses Jahr 20 geworden, was zum Abschluss am Samstag gebührend gefeiert wird. Um 19.30 Uhr wird Dr. Mablues & the detail horns im Festsaal auftreten, der Eintritt ist frei, wer kommen will, darf kommen. Gleichzeitig wird aber auch Abschied gefeiert. Christiane Pust vom Sozialdienst der Klinik im Schloss, die das Projekt aus der Taufe hob und die ganze Zeit über begleitet hat, geht im nächsten Frühjahr in den Ruhestand. „Wir haben eine Nachfolgerin gefunden, die das Projekt mit Herzblut weiterführen wird“, sagt sie. Fabienne Kolwe, die bereits im Projekt mitarbeitet und mit diesem deshalb bestens vertraut ist, wird die Nachfolgerin.

Rund 2000 Teilnehmer waren über die Jahre dabei

Hemmschwellen abzubauen ist das Ziel der Winnender Kunstprojekttage, an denen sich eine ganze Reihe von Schulen beteiligen. So sind in diesem Jahr 75 Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Realschule, des Lessing-Gymnasiums, des Georg-Büchner-Gymnasiums, der Schule beim Jakobsweg und der Haselsteinschule unter dem Motto „Auf unsere ART“ für eine Woche zu Gast im Schloss. Zusammen mit rund 30 Patienten beteiligen sie sich in verschiedenen Arbeitsgruppen an Kunstprojekten, angeleitet von Lehrerinnen und Lehrern der Schule oder Therapeuten der Klinik. „Die Teilnehmerzahlen variieren von Tag zu Tag ein wenig. Manchmal bringen Patienten noch jemanden mit oder die Schüler erzählen Freunden von den Projekttage, die dann auch mitmachen wollen“, sagt Christiane Pust. Über die 20 Jahre ist so eine stattliche Zahl an Teilnehmern zusammengekommen. „Ich habe mal hochgerechnet, dass es circa 2000 Schülerinnen und Schüler waren“, schätzt sie.

Originelle Ideen kann man bestaunen, wenn man die Gruppen besucht, die auf dem ganzen Gelände am Werk sind. Den Festsaal hat Barbara Obermüller, Lehrerin an der Geschwister-Scholl-Realschule, in eine Druckwerkstatt verwandelt. Aus Karton werden die Druckplatten hergestellt, indem vorsichtig Schichten abgetragen werden. Die Vorlagen können im Negativ oder Positiv abgebildet werden. „In Sepia haben wir dann hier zwei Seepferdchen, die sich begegnen“, sagt sie und zeigt eine der filigranen Arbeiten in dem strahlenden Blau.

Kunsthandwerk mit Hula-Hoop

Wie sie hat auch Anne Kühner von der Haselsteinschule bereits Erfahrung mit dem Projekt. „Das ist bereits das dritte oder viert Mal“, sagt die Lehrerin, die zeigt, wie mit Hula-Hoop-Reifen und alten T-Shirts Sitzunterlagen, Körbe oder sogar Kopfbedeckungen geflochten werden können. „Der Reifen wird als Rahmen genommen, auf den man Stoffstreifen spannt. Zwischen diese werden dann die Stoffstücke geflochten.“ Während die einen sich einen Plan machen, wählen andere die Farben spontan. Egal wie, schön sehen alle Arbeiten aus.

Thu Diep Huong ist bereits zum fünften Mal bei den Projekttagen, dieses Jahr zum ersten Mal unter den Projektleitern. „Ich mache zurzeit mein FSJ hier“, sagt die 19-jährige Winnenderin, die im vergangenen Jahr am Lessing-Gymnasium Abitur gemacht hat. „Mir haben die Kunstprojekttage immer sehr gefallen, deshalb habe ich zusammen mit einer Freundin immer wieder mitgemacht. Sie hatte keine Zeit, sonst wäre sie auch nochmal mitgekommen.“




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