Kunststoffrecycling Wertvoller Rohstoff

Die Mülleimer quellen über mit Einwegverpackungen. Foto: imago images/Ralph Peters

Kunststoff wird zum Wegwerfprodukt. Dies muss gestoppt werden – wegen der Umwelt. Recycling kann das Bewusstsein schaffen, dass Plastik kostbar ist, meint Inge Nowak.

Stuttgart - Wer die Bilder sieht, muss empört sein. Plastikflaschen und -tüten häufen sich an manchen Stellen in Flüssen und Meeren oder verschmutzen Strände. 400 Jahre kann es dauern, schätzen Umweltverbände, bis sich manche Teile aus Plastik abgebaut haben. Aber so ganz genau weiß das niemand. Es gibt keine Erfahrungen, Kunststoffe haben erst vor rund 70 Jahren ihren Siegeszug angetreten. Die Gefahr ist groß, dass aus Flaschen im Laufe der Jahrzehnte winzig kleine Teilchen werden, Mikroplastik – das von Meerestieren aufgenommen und anschließend auf unseren Tellern landet.

 

Wer will schon ganz auf Kunststoff verzichten – etwa auf Einmalhandschuhe in Coronazeiten, Kontaktlinsen, Spielzeug, Haushaltsgeräte oder auf wärmende Fleecepullover? Auch Bauarbeiter kennen die (Gewichts)Vorteile von Abwasserrohren aus Plastik. Deshalb soll es – so ekelerregend die Vorstellung von Mikroplastik in der Lebensmittelkette auch sein mag – hier keineswegs um eine Verdammung des Kunststoffs gehen.

Es reicht nicht

Schließlich ist schon einiges passiert. Der Gesetzgeber hat das Problem erkannt. Aus vielen Produkten – etwa in Kosmetik – wurden Kunststoffe teilweise komplett verbannt. Und Plastiktüten sind weitgehend aus den Läden verschwunden. Doch das reicht nicht. Die Flut an Einmalverpackungen – vor allem auch in Coronazeiten – sollte jedem zu denken geben.

Natürlich können Kunststoffe gesammelt, recycelt und wiederverwendet werden. Und dies kann in noch viel größerem Umfang als bisher geschehen. Es kann nicht sinnvoll sein, Kunststoffe in erheblichem Umfang einfach nur zu verbrennen. Schließlich ist Plastik ein wertvoller Rohstoff. Und Recyclingkunststoffe sind zudem klimafreundlicher als Neukunststoffe, die auf Rohölbasis hergestellt werden – weil sie weniger CO2 freisetzen.

Gegen den Wegwerfkunststoff

Noch besser für die Umwelt wäre es, wenn Kunststoff in riesigen Mengen gar nicht erst entstehen würde. Und dabei geht es vor allem um Wegwerfkunststoff. Nicht alles, was im Supermarkt verpackt ist, müsste das auch sein. Und ein Kaffee to go im Einwegbecher produziert vor allem Müll. Jeder Einzelne sollte deshalb sein Verhalten kritisch hinterfragen. Eine entsprechende Bepreisung wirkt allemal.

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